Løkke ruft zu Besonnenheit auf: „Kommt vom Hochmut herunter“

Kopenhagen – Lars Løkke Rasmussen, Vorsitzender der Moderaten Partei und einflussreicher Königsmacher, hat sich erstmals nach den Regierungsverhandlungen mit Mette Frederiksen zu Wort gemeldet. In einem Facebook-Post beschrieb er die Lage am Mittwoch als „mehr als schwierig“.Die sozialdemokratische Ministerpräsidentin Mette Frederiksen (S) hatte als königliche Ermittlerin zahlreiche Parteien zu den Gesprächen in Marienborg eingeladen, darunter die Einheitsliste, die Alternative, Venstre und die Konservativen. Nach Verhandlungen mit Parteien wie der Sozialistischen Volkspartei und der Radikalen Linken zeichnet sich derzeit eine Mitte-Links-Regierung ab.Løkke Rasmussen sieht das jedoch skeptisch. In seinem Post betonte er, Dänemark brauche in unsicheren Zeiten eine verantwortungsvolle Regierung, die ehrgeizige Ziele für Wohlstand und Beschäftigung setzen könne. „Es ‚braucht‘ lediglich, dass die Sozialdemokraten, die Liberale Partei und die Konservative Volkspartei von ihren Plakaten herabsteigen und andere, positive Signale aussenden“, schrieb er wörtlich. Er forderte die Parteien auf, die Osterfeiertage zur Besinnung und zum Herunterkommen vom „Hochmut“ zu nutzen.Der ehemalige Ministerpräsident warnte zudem vor den wirtschaftlichen Risiken durch den Krieg im Iran, der eine Energiekrise, steigende Inflation und Rückschläge für die Weltwirtschaft mit sich bringen könnte. Er plädierte dafür, den wirtschaftlichen Handlungsspielraum zu erweitern – ein Ziel, das seiner Ansicht nach in einer reinen Mitte-Links-Koalition mit den Radikalen kaum zu erreichen sei.Martin Lidegaard, Vorsitzender der Radikalen Linken, äußerte sich nach seinem Treffen in Marienborg zurückhaltender. Er bestätigte, dass Mette Frederiksen die Notwendigkeit einer verantwortungsvollen Wirtschaftspolitik anerkenne. Gleichzeitig zeigte er sich besorgt, dass eine neue Regierung sich kaum von einer klassischen Mitte-Links-Regierung unterscheiden werde, nachdem mehrere Parteien andere Konstellationen ausgeschlossen hätten. Lidegaard rief Journalisten auf, Løkke Rasmussen direkt nach seinen Plänen und dem Tempo der Verhandlungen zu fragen.„Ich habe keine Absicht, in diesem Prozess unverantwortlich zu handeln, möchte ihn aber auch nicht verzögern“, sagte Lidegaard laut TV 2. Ergänzend merkte er an: „Es ist einfacher, rote Parteien zu finanzieller Verantwortung zu bewegen als blaue Parteien zu grünen.“Lars Løkke Rasmussen selbst entzog sich am Mittwoch vor Beginn der Verhandlungen einer Befragung durch die Presse und ging an den wartenden Journalisten vorbei.Die Regierungsverhandlungen sollen nach den Osterfeiertagen nächste Woche fortgesetzt werden. Bis dahin gehen die Parteien in die Osterpause.

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