Wie meistert die Kanzlerin die Flüchtlingskrise? Eher schlecht, denkt mehr als die Hälfte der Bürger. Trotzdem steigt der Anteil derjenigen, die an Angela Merkels „Wir schaffen das“-Parole glauben.

Es ist genau ein Jahr vergangen, seit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) ihr Motto „Wir schaffen das“ das erste Mal verkündete. Mehr als die Hälfte der Deutschen – nämlich 54 Prozent – glaubt ihr diesen Ausspruch immer noch nicht.

Doch überraschenderweise sind das weniger als noch im September 2015, als Merkel Tausende Flüchtlinge, die größtenteils über Ungarn und Österreich kamen, überwiegend unkontrolliert nach Deutschland einreisen ließ. Damals war die Skepsis größer, denn 59 Prozent der Befragten schenkten Merkels Satz vor knapp einem Jahr keinen Glauben. Jedenfalls hat das eine Emnid Umfrage ergeben, die der Nachrichtensender N24 in Auftrag gab.

Zugleich ist die Zahl der Bürger, die Merkels „Wir schaffen das“ glauben, sogar gestiegen. Aktuell, im August 2016, sind es 43 Prozent – und damit sechs Prozent mehr als im September des vergangenen Jahres. Und das ist aufgrund doch unvermeidlicher Zwischenfälle wie die „Silvesternacht von Köln“ und die Anschläge von Würzburg und Ansbach, mit denen man fast zwangsläufig beim unkontrollierten Zuzug so vieler Menschen rechnen muss, doch verwunderlich. Aber es zeigt auch, wie weltoffen die deutsche Gesellschaft trotz einiger Rückschläge geworden ist.

von

Günter Schwarz – 31.08.2016