Die Bewohner der sogenannten „Freistadt“ Christiania in København riefen auf einer Bürgerversammlung die Dänen dazu auf, künftig kein Haschisch mehr in der „Pusher Street“ zu kaufen. „Um das Problem lösen zu können, brauchen wir die Unterstützung ganz Dänemarks!“, sagte Christiana-Sprecher Risenga Manghezi.

Die rund 300 Teilnehmer der Versammlung sprachen sich deutlich gegen jede Kriminalität aus, die eine Folge des umfassenden Haschisch-Handels in Christiania ist. Sie drückten ihr Bedauern über die Schüsse aus, mit denen ein Drogenhändler zwei Polizisten und einen Zivilisten getroffen und verletzt hatte.

Der eine Polizeibeamte schwebt weiterhin in Lebensgefahr, und auch der Zustand des Drogen-Kriminellen, der bei seiner Festnahme nach einer Schießerei mit der Polizei von angeschossen wurde, gilt weiterhin als kritisch. Wie København s Polizei noch gestern Abend meldete soll der Bezug des Täters zu der Terrororganisation IS und seine Verbindungen zur islamistischen Gruppe Millaru Ibrahin nicht mit der Tat in Verbindung stehen.

Die dänische Politik – allen voran Staatsminister Lars Løkke Rasmussen und sein Justizminister Søren Pind – riefen die Bewohner von Christiania gestern nach diesem ernsten Zwischenfall dazu auf, jetztt endloich mit eventuellen Sympathien für den Haschischhandel Schluss zu machen und die Arbeit der Polizei in der „Pusher Street“ aktiv zu unterstützen.

Die Bewohner der  „alternativen Siedlung“ Christiania sind dazu zwar grundsätzlich bereit, wünschen aber, dass die dänische Polizei nicht weiter gegen sie aufrüstet. Gleichzeitig sind einige Bewohner in der Freistaat der Auffassung, die Schuld für die kriminellen Aktivitäten in der „Pusher Street“ liege bei den Politikern. Sie könnten die Probleme durch eine Freigabe von Haschisch in Dänemark ähnlich wie in Amsterdam mit einem Schlag lösen, da das in Dänemark verbotene Haschisch nach ihrer Ansicht nicht gesundheitsschädlich sei.

von

Günter Schwarz – 02.09.2016