Wittenberg feierte gestern am Sonntag die Wiedereröffnung der Schlosskirche mit einem feierlichen Festgottesdienst. Mit dabei waren unter anderem die extra dafür angereiste dänische Königin, Dronning Margrethe II., Bundespräsident Joachim Gauck und der Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt, Reiner Haseloff.

Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, Heinrich Bedford-Strohm, und die Rektorin des Predigerseminars, Hanna Kasparick, eröffneten den Festakt. Bedford-Strohm sagte, er freue sich, dass die Schlosskirche wieder in neuem Glanz erstrahle. Die Monarchin brachte als Geschenk ein kunstvolles Altartuch mit, das sie selbst entworfen und bestickt hat. 500 Stunden königliche Arbeit stecken darin. Es wurde zum Gottesdienst feierlich übergeben. Kasparik bedankte sich bei der dänischen Königin für ihr Gastgeschenk.


Dronning Margrethe II. von Dänemark
Bundespräsident Joachim Gauck sagte beim Festakt, dieser 2. Oktober sei ein bedeutender Tag für die Lutherstadt und die Bundesrepublik. Spätestens zum 500. Reformationsjubiläum, werden „aus aller Welt nicht nur die Kirchen der Reformation hierher schauen.“

Ministerpräsident Reiner Haseloff sagte: „Als authentischer Gedenk- und Erinnerungsort, als Ursprung der Reformation und als Grabkirche Martin Luthers, Philipp Melanchthons und Friedrichs des Weisen ist ihre Bedeutung schlechthin einzigartig.“

An die Tür der Schlosskirche zu Wittenberg soll 1517 Martin Luther seine 95 Thesen gegen den Ablasshandel angeschlagen haben – das Ereignis gilt als Beginn der Reformation.

Der Gottesdienst wurde außerdem in einem Einkaufscenter in Wittenberg auf einer Großbildleinwand übertragen. Die Polizei sicherte die Feierlichkeiten mit einem Großaufgebot ab.

Im kommenden Jahr wird das 500. Reformationsjubiläum gefeiert. Die Restaurierungsarbeiten der Luther-Kirche dauerten 4 Jahre und kosteten rund 8 Millionen Euro.

von

Günter Schwarz – 03.10.2016