„Hexenjagd“ – Schauspiel von Arthur Miller – Geschrieben 1953 vor dem Hintergrund der Kommunistenhatz während der „McCarthy-Ära“ in den USA der 1950er Jahre, nimmt Arthur Miller in seinem Drama Bezug auf die Hexenprozesse in Salem in 1692. Das Stück Hexenjagd basiert auf tatsächlichen Ereignissen, und Miller verwendet sogar die Namen existierender Personen.

Die damaligen Bewohner von Salem, dem Ort der Handlung, waren Nachfahren der Pilgrim Fathers, englische Puritaner, die 1620 an Bord der „Mayflower“ nach Amerika emigrierten. Nach puritanischem Glauben war das Leben kein Vergnügen, sondern harte Arbeit. Jegliche Vergnügung wie Feiern, Tanzen oder Romanlektüre waren verboten. Der Glaube half ihnen, das schwere Leben in einem unbekannten, bedrohlichen Land durchzustehen, aber sie waren auch fanatisch darauf bedacht, ihr „Neues Jerusalem“, das sie aufbauen wollten, nicht durch „falsche“ Wege und trügerische Gedanken zu entehren und zu verderben.

Die groteske Einfachheit, mit der unschuldige Menschen zum Tode verurteilt werden, wurde von der Geschichte immer wieder entdeckt – will man jemanden innerhalb eines diktatorischen Systems verurteilen, dann kann man ihn auch verurteilen. Miller sieht „Hexenjagd“ nicht nur als eine politische Metapher und moralische Fabel, sondern auch als den erschreckenden Beweis menschlicher Einbildungskraft.

Handlung: Die Gemeinde Salem lebt 1692 in einer streng hierarchisch-puritanischen Gesellschaftsordnung, überwacht von Moralgesetzen, Tabu- und Verhaltenszwängen. Pastor Harris wird eines Nachts Zeuge, wie Tochter Betty, Nichte Abigail und einige andere junge Mädchen zusammen mit der Sklavin Tituba im Wald ein okkultes Ritual vollführen.

Am nächsten Tag befinden sich einige der Mädchen in einem sonderbaren Zustand und als der Arzt keine Erklärung findet, wird aus einer harmlosen Kinderei in den Augen der bigotten Gemeindemitglieder schnell das verdammenswerte Verbrechen, im Bund mit dem Teufel zu sein. Pastor Hale wird nach Salem geholt, ein Teufelsspezialist, der die Vorfälle untersuchen soll. Um nicht selbst der Hexerei angeklagt zu werden, behaupten die Mädchen, von anderen Dorfbewohnern verhext worden zu sein und nennen erste Namen, die angeblich mit dem Teufel im Bund stehen, und das Verhängnis nimmt seinen Lauf.

Ein regelrechter Hexenwahn bricht aus, den einige durchaus zum eigenen Vorteil zu nutzen wissen. Aberglaube und persönliche Differenzen reichen aus, um Todesurteile zu vollstrecken – auch ohne Beweise – und die Mädchen erhalten als Anklägerinnen und einzige Zeuginnen eine gefährliche Macht. Die Diffamierungen verursachen ein wahres Kesseltreiben und offenbaren Mechanismen von Macht und Moral, Frömmigkeit und Falschheit, Verleumdung und Verdächtigung, doch der Wahn hat sich bereits verselbstständigt …

Vorstellungsdauer: ca. 2 Std. 35 Minuten

Besetzung

Inszenierung: Nora Bussenius
Ausstattung: Sebastian Ellrich
Musik: Daniel Dorsch

Mit:
Reverend Samuel Parris: Reiner Schleberger
Reverend John Hale: Flavio Kiener
Danforth: Uwe Kramer
John Proctor: René Rollin
Elizabeth Proctor: Lisa Karlström
Thomas Putnam: Johannes Lachenmeier Ann Putnam: Manja Haueis
Rebecca Nurse: Ingeborg Losch
Abigail Williams: Alexandra Pernkopf
Mary Warren: Neele Frederike Maak
Mercy Lewis: Siine Behrens
Betty Parris: Carlotta Marie Bigus
Tituba: Nenad Subat

Weitere Termine

Sonntag,30.04.2017   19:00 Uhr Premiere Slesvighus Schleswig
A-Preise 11 – 26 €
Mittwoch, 03.05.2017   20:00 Uhr Husumhus Husum
A-Preise 11 – 26 €
Freitag, 05.05.2017   19:30 Uhr Stadttheater Rendsburg
A-Preise 11 – 26 €
Freitag, 12.05.2017   19:30 Uhr Stadttheater Flensburg
A-Preise 11 – 26 €
Dienstag, 16.05.2017   20:00 Uhr Saal Erheiterung Meldorf
A-Preise 11 – 26 €
Samstag, 20.05.2017   19:30 Uhr Slesvighus Schleswig
A-Preise 11 – 26 €
Dienstag, 23.05.2017    19:30 Uhr Stadttheater Flensburg
A-Preise 11 – 26 €
Dienstag, 30.05.2017   20:00 Uhr Husumhus Husum
A-Preise 11 – 26 €
Donnerstag, 08.06.2017   20:00 Uhr Stadttheater Heide
A-Preise 11 – 26 €
Sonntag, 11.06.2017   16:00 Uhr Slesvighus Schleswig
A-Preise 11 – 26 €
Donnerstag, 15.06.2017   19:30 Uhr Stadttheater Flensburg
A-Preise 11 – 26 €
Mittwoch, 05.07.2017   19:30 Uhr Stadttheater Flensburg
A-Preise 11 – 26 €
Donnerstag, 06.07.2017   19:30 Uhr Slesvighus Schleswig
A-Preise 11 – 26 €

Salem Village – Jagd der bösen Mächte | HD DOKU 2016

Die Hexenprozesse von Salem im Jahr 1692 bildeten den Beginn einer Reihe von Verhaftungen, Anklagen und Hinrichtungen wegen Hexerei in Neuengland. Die Hexenverfolgung begann in dem Village Salem (heute größtenteils zu Danvers gehörend), nahe der Stadt Salem. In ihrem Verlauf wurden 20 Beschuldigte hingerichtet, 55 Menschen unter Folter zu Falschaussagen gebracht, 150 Verdächtigte inhaftiert und weitere 200 Menschen der Hexerei beschuldigt.

von

Landestheater Schleswig-Holstein / Günter Schwarz – 28.04.2017