Nach der Unterbrechung des britischen Wahlkampfs aufgrund des Terroranschlags von Manchester begibt sich der britische Oppositionsführer Jeremy Corbyn von der Labour Party auf dünnes Eis – mit einer heiklen Rede über Terror, seine Bekämpfung und seine Ursachen.

Drei Tage lang pausierte der britische Wahlkampf aus Respekt vor den größtenteils jungen Opfern des Terroranschlags von Manchester und deren Angehörigen.

Heute stürzte sich Jeremy Corbyn wieder ins Getümmel. Während in Manchester weitere Razzien stattfanden und Gerüchte über weitere Bomben zirkulierten, meldete sich der Vorsitzende der Labour-Partei in London zu Wort: „We must be brave enough to admit that the war on terror is not working.“

Es brauche Mut, zuzugeben, dass der Krieg gegen den Terror gescheitert sei, sagte Corbyn in seiner Rede. Der Anblick von Soldaten auf britischen Straßen sei ein Hinweis darauf, dass der geltende Ansatz nicht sehr gut funktioniere.

Was müsste sich nach Corbyns Meinung ändern?

Um die öffentliche Sicherheit zu gewährleisten, brauche es Maßnahmen, die den Terror bekämpften, anstatt ihn zu nähren. Dafür sei es wichtig, dass man die Ursachen des Terrors genau verstehe, erklärte der Oppositionschef: „An informed understanding of the causes of terrorism is an essential part of an effective response that fights rather than fuels terrorism.“

Zahlreiche Experten hätten die ursächliche Verknüpfung zwischen Kriegen, in denen britische Truppen fochten – beispielsweise in Libyen – und Terroranschlägen auf britischem Boden herausgestrichen, sagte Corbyn: „Experts have pointed out the connections between wars that we’ve been involved in and fought in other countries such as Libya and terrorism here at home.“  

von

Günter Schwarz – 27.05.2017