Die „Mutprobe“ sollte dem gemeinsamen Youtube-Kanal mehr Anhänger bringen – der Stunt lief gewaltig schief. Dummheit kann fatal sein! – Pedro Ruiz III wollte mit seinem YouTube-Kanal unsterblich werden. Stattdessen ist er tot und seine schwangere Freundin Monalisa Perez wegen Totschlags angeklagt.

Monalisa Perez hatte auf den 22-Jährigen geschossen – in dem Glauben, dass ein Buch die Kugel aufhalten würde. Das dreijährige Kind des Paares sowie etwa 30 Zuschauer haben zugesehen, als die 19 Jahre alte Monalisa P. aus nächster Nähe auf ihren drei Jahre älteren Freund schoss. Eine Hardcover-Enzyklopädie vor der Brust von Pedro R. sollte die Kugel stoppen. Der Stunt misslang dramatisch – Pedro starb. Laut Staatsanwaltschaft handelt es sich bei der Waffe um eine .50-Kaliber-Waffe der Marke Desert Eagle, die aus etwa 30 Zentimeter Entfernung abgefeuert wurde.

Kurz vorher hatte die 19-Jährige auf Twitter angekündigt, sie und Pedro würden „das gefährlichste Video aller Zeiten drehen“, aber hinzugefügt, es sei Pedros Idee.

Sie wollten berühmt werden

Auch seiner Tante Claudia hatte Pedro von seiner geplanten Aktion erzählt. „Was soll der Mist? – Mach es nicht!“, habe sie ihn angefleht, doch er habe nur geantwortet: „Weil wir mehr Zuschauer brauchen. Weil wir berühmt werden wollen.“

Nach der Festnahme erklärte Monalisa, ihr Freund habe ihr vor dem Videodreh ein anderes Buch gezeigt, durch das die Kugel nicht durchgedrungen sei. Deswegen habe sie den Stunt gewagt.

Bis zu 10 Jahre Gefängnis

Zuletzt hatte Pedros Kanal 218 Abonnenten, und ihre Videos – überwiegend Stunts und Streiche – wurden im Schnitt zwischen 400 und 900 Mal angeklickt.

Jetzt muss die 19-Jährige mit einer Höchststrafe von bis zu 10 Jahren im Gefängnis rechnen. Im September erwartet sie ihr zweites Kind, dass seinen Vater nun nicht mehr kennenlernen wird.

von

Günter Schwarz – 30.06.2017