Nach verschiedenen, teilweise angeblich ernsthaften Sprachproblemen zwischen Ärzten und Patienten wächst das Verlangen nach zentralen Kontrollen und Tests für die Sprachkompetenzen ausländischer Ärzte, die wie sollte es anders sein wieder einmal aus der „rechten Ecke“ vorgebracht werden, die sich in Dänemark vornehmlich aus der rechtspopulistischen Dansk Folkeparti und den dort sogenannten Sozialdemokraten (Socialdemokraterne) zusammensetzt.

Der Sprecher für Gesundheit der Sozialdemokraten, Flemming Møller Mortensen (Sozialdemokraterne), spricht sich dafür aus, dass die Regionen und Krankenhäuser eine „helfende Hand“ brauchen. Er meint, dass es Zeit für strengere Sprachanforderungen für ausländische Ärzte ist. Diese sollen dann von nationaler Seite auferlegt werden. „Wenn wir ein nationales Organ haben, dass sichert, dass die Sprachkenntnisse der Ärzte gut genug sind, befreit das die Krankenhäuser von aufwändigen Verfahren“, erklärt Flemming Müller Mortensen.

Diese Aussage wird von der Vorsitzenden des Gesundheitsausschusses, Liselott Blixt (Dansk Folkeparti / Dänische Volkspartei), unterstützt: „Ich würde es herzlich gerne sehen, wenn alle ausländischen Ärzte getestet werden.“ Sie unterstreicht allerdings, dass die Verantwortung dafür bei den Regionen liegen sollte. Schon vor einem Monat bestätigte Gesundheitsministerin Ellen Thrane Norby (Venstre / rechtssoziale Partei), dass einem Sprachtest für Ärzte aus der EU nichts im Wege stehen würde.

Ob dies stimmt, bezweifelt der 2. Vorsitzende der Europabewegung, Jens-Kristian Lütken: „Es gab einen Fall in Belgien, der sich sehr nach dem anhört, worüber hier geredet wird. Hier hat der Gerichtshof die Regeln aberkannt. Wenn die Anforderungen an das sprachliche Niveau zu hoch sind, steht das im Gegensatz zur freien Beweglichkeit der Arbeitskräfte.“

von

Günter Schwarz – 04.07.2017