(Itzehoe) – Im Kreis Dithmarschen ist die Zahl der Verkehrsunfälle im Jahr 2016 um 1,7 Prozent auf 3.404 gestiegen – damit setzte sich der Aufwärtstrend der vergangenen Jahre leicht fort. Landesweit lag der Anstieg bei 2,4 Prozent. Ein Minus von 3,55 Prozent war bei den Unfällen mit Personenschaden zu verzeichnen, die Zahl der Verletzten bei diesen Unfällen ist hingegen leicht angestiegen. Von den insgesamt 3.404 Unfällen hat die Polizei 799 aufgenommen und ausgewertet, 479 davon ereigneten sich innerhalb, 320 außerhalb geschlossener Ortschaften. Sieben Verkehrsunfälle endeten für sieben Menschen tödlich (2015: drei Getötete).

683 verletzte Personen (2015: 676) Im Vergleich zum Vorjahr ist die Zahl der Unfälle mit Verletzten leicht gesunken (von 530 auf 514), die Zahl der Verletzten bei diesen Unfällen ist hingegen angestiegen. Von den 683 betroffenen Verkehrsteilnehmern wurden 568 (2015: 565) leicht und 115 (2015: 111) schwer verletzt. 47 Verletzte waren im Kindesalter.

Unfallverursacher Die meisten Verkehrsunfälle (142) verursachten „junge Fahrer“, Menschen im Alter von 18-25 Jahren, vielfach schätzten sie die eigene gefahrene Geschwindigkeit falsch ein. An 232 Unfällen waren Senioren beteiligt, in 64 Prozent der Fälle waren sie die Verursacher. Anders als bei den jüngeren Verkehrsteilnehmern spielte bei ihnen nicht die „nicht angepasste Geschwindigkeit“ eine Rolle, sondern die Vorfahrtmissachtung und Fehler beim Abbiegen, Wenden und Rückwärtsfahren, was auf einen mangelnden Überblick oder unzureichende Reaktionsfähigkeit hindeutet. Bei 165 Unfällen (2015: 144) war ein Radfahrer betroffen. Leider kamen im Jahr 2016 auch zwei Radfahrer auf den Straßen Dithmarschens ums Leben. Die Zahl der Unfälle unter Beteiligung motorisierter Zweiräder ist im vergangenen Jahr geringfügig gesunken – von 78 in 2015 auf 73 in 2016.

Unfallursachen Im Jahr 2015 sind weiterhin die Nichtbeachtung der Vorfahrt (202), die nicht angepasste Geschwindigkeit (183) und Fehler beim Abbiegen und Wenden (196) die Hauptunfallursachen.

Unfälle unter Alkohol- und Drogeneinfluss Die Zahl der Verkehrsunfälle, bei denen mindestens ein Beteiligter unter der Wirkung von Alkohol stand, ist im Kreis Dithmarschen um 11,3 Prozent auf 63 Fälle gesunken. Im Landesdurchschnitt war hingegen nur ein Rückgang um 1,6 Prozent zu verzeichnen. Ursächlich war zumeist eine zu hohe Geschwindigkeit, die aus der Selbstüberschätzung der Verkehrsteilnehmer resultieren dürfte.

Verkehrsüberwachung Die Polizeidirektion Itzehoe hat 2016 große Anstrengungen bei der Bekämpfung der Verkehrsdelikte unternommen und insgesamt 44.594 (2015: 42.814) Ordnungswidrigkeiten im Straßenverkehr in Dithmarschen schriftlich geahndet. Um der Hauptunfallursache, der nicht angepassten Geschwindigkeit, entgegen zu wirken, hat die Polizei in Dithmarschen 39.000 Verkehrsteilnehmer mit nicht angepasster Geschwindigkeit festgestellt – 34.000 von ihnen wurden schriftlich verwarnt, 4.653 handelten sich eine Anzeige ein und 538 erhielten ein Fahrverbot.

Die Polizeidirektion Itzehoe ist auch künftig bestrebt, die Verkehrssicherheit mit den zur Verfügung stehenden Mitteln zu erhalten und nach Möglichkeit zu erhöhen. Die oberste Priorität liegt hierbei in der Bekämpfung von Alkohol- und Drogendelikten im Straßenverkehr. Weiterhin wird die Vorbeugung und Verfolgung von Geschwindigkeitsverstößen durch gezielte Geschwindigkeitsmessungen einen Schwerpunkt der Verkehrssicherheitsarbeit bilden, ebenso die Verringerung der Verkehrsunfälle unter Beteiligung von Radlern.

Der ausführliche Verkehrssicherheitsbericht 2016 ist im Internet unter: http://www.schleswig-holstein.de/DE/Landesregierung/LPA/Organisation/_documents/polizeidirektionen/polizeidirektionen.html#doc1900212bodyText12

Quelle: Pressemitteilung der Polizeidirektion Itzehoe vom 13. Juli 2017 um 13:00 Uhr

von

Günter Schwarz – 13.07.2017