Andreas von Barby, der dänische Politiker und Bischof von Lübeck, wird am 24. Juli 1508 in Loburg (heute: eine Ortschaft und ein Ortsteil von Möckern im Landkreis Jerichower Land in Sachsen-Anhalt) geboren.

Andreas von Barby war ein uneheliches Kind des Adligen Nicolaus von Barby. 1529 immatrikulierte er sich an der Universität Wittenberg, wo er bei Hieronymus Schurff seine Studien absolvierte. Anschließend trat er in den Dienst von Herzog Magnus von Sachsen-Lauenburg. Durch die Vermittlung von Melchior Kling wurde er 1542 dänischer königlicher Rat Christians III.

In dieser Position konnte er sich das Vertrauen Christians III. erwerben und hatte als deutscher Kanzler großen Einfluss. Am 8. November 1543 wurde er Dompropst in Roskilde und damit verbunden Konservator der Universität Kopenhagen. Später wurde er Dompropst in Viborg und Propst des Klarissenklosters St. Klara in Roskilde. Weiterhin erhielt er einige Güter als Lehen, wurde 1554 in den Adelsstand erhoben und war später Reichsrat.

Nach der Resignation des Lübecker Bischofs Dietrich von Rheden 1555 empfahl Christian III. mit Nachdruck Andreas von Barby als dessen Nachfolger. Obwohl Barby nicht die päpstliche Bestätigung erhielt, wurde er am 20. November 1556 vom Domkapitel zum Bischof gewählt. In Lübeck war er jedoch kaum anwesend, da er zugleich dänischen Staatsgeschäften nachging. Er hatte zwar nie geheiratet, wohl aber scheint er illegitime Kinder gehabt zu haben, denen er ein großes Vermögen hinterließ. Ein Hans Barby wurde 1577 in Nyborg bei einem Duell getötet.

Andreas von Barby starb am 03. August 1559 in Roskilde, wo er auch im Dom zu Roskilde begraben wurde und wo man ihm ein Epitaph setzte.

von

Günter Schwarz – 24.07.2017