Die Schlacht bei Idstedt endet am 25. Juli 1850 mit dem Sieg der Dänen über das Schleswig-Holsteinische Heer.

Die Schleswig-Holsteinische Erhebung war eine politische und militärische Auseinandersetzung der deutschen Bewegung in den Herzogtümern Schleswig und Holstein im Bündnis mit den meisten Staaten des Deutschen Bundes mit dem Königreich Dänemark. Die dänische Bezeichnung ist „Treårskrigen“ . In diesem dreijährigen Krieg (1848–1851) offiziell als Schleswig-Holstein vereinigt, waren die beiden Herzogtümer von den meisten Staaten außerhalb des Deutschen Bundes nicht anerkannt.

Am 18. März 1848 beschlossen in Rendsburg deutschgesinnte Vertreter der Ständeversammlungen Schleswigs und Holsteins, eine Deputation zum König (Friedrich VII.) mit der ultimativen Forderung einer freien Verfassung zu senden. Diese sollte unter anderem die Aufnahme Schleswigs in den Deutschen Bund und die Bildung einer schleswig-holsteinischen Volksarmee unter der Führung eigener Offiziere enthalten. Diese Forderungen hätten praktisch Schleswig-Holstein von Dänemark getrennt, nur noch der König wäre ein gemeinsamer geblieben.

Am 20. März interpretierte eine große öffentliche Versammlung in Københavns Casino-Theater diese Nachricht in der Weise, dass ein Aufruhr in den Herzogtümern ausgebrochen sei. Angesichts dieser Drohung beschloss die Versammlung, den König aufzufordern, eine handlungsfähigere Regierung zu ernennen. Am nächsten Tag versammelten sich 15.000–20.000 Bürger und begaben sich zum Schloss, wo der König bekanntgab, er habe die Minister auf Empfehlung seines Geheimstaatsministers schon entlassen. Im neuen Kabinett waren mehrere nationalliberale Eiderdänen vertreten.

Am 24. und 25. Juli 1850 trafen die dänische und die schleswig-holsteinische Armee bei Idstedt aufeinander. Es war ein Kampf, dessen Schlachtlinie im Westen von Sollbrück, Bollingstedt über Idstedt und Stolk bis nach Böklund und Wellspang reichte und somit eine Ausdehnung von über 18 Kilometern hatte. Das Schlachtfeld war nur schwer zu überblicken, zumal es ausgerechnet an diesem 25. Juli zum ersten Mal nach einer äußerst trockenen Hitzeperiode wieder zu regnen begonnen hatte und der Nebel mit dem Rauch der stundenlangen Kanonade ein weiterer Gegner wurde. Nur einmal, so beschreiben Soldaten beider Seiten, brach der Himmel auf und ein kurzer Sonnenstrahl gab weite Sicht auf das Kampfgetümmel frei.

Während der Schlacht trafen 36.000 dänischen und 26.000 schleswig-holsteinischen Soldaten aufeinander. Der Verlust (Verletzte und Tote) belief sich auf 3798 dänische und 2828 schleswig-holsteinische Soldaten. Insgesamt blieben 1.200 Tote auf dem Schlachtfeld.

Nach dem Sieg hatten die dänischen Truppen wieder ganz Schleswig unter ihrer Kontrolle. Im Oktober 1850 unternahmen die Schleswig-Holsteiner einen letzten Angriff auf Friedrichstadt. Dieser wurde für sie zum Fiasko, die kleine Stadt – seit ihrer Gründung 1622 eine Stätte religiöser Toleranz – wurde zerstört.

Schleswig blieb endgültig unter dänischer Kontrolle und wurde von einem außerordentlichen Regierungskommissar verwaltet. Holstein wurde durch preußische und österreichische Bundestruppen befriedet, die Schleswig-Holsteinische Armee wurde am 1. April 1851 aufgelöst. Viele Beamte und Offiziere der schleswig-holsteinischen Regierung und des Militärs verließen das Land, ein Teil wanderte in die Vereinigten Staaten und nach Australien aus.

von

Günter Schwarz – 25.07.2017