Der am 18. September 1835 in Næstved, im Süden der Insel Sjælland (Seeland), geborene dänische Komponist und Organist Johann Adam Krygell schließt am 27. Juli 1915 in København für immer seine Augen.

Johann Adam Krygell war der Sohn eines Regiments-Militärmusikers, der bei seiner Geburt in Næstved stationiert war. Als junger Mann machte Krygell zunächst eine Ausgebildung zum Maler und musste das Handwerk aber wegen einer Erkrankung aufgeben.

Daraufhin wandte er sich der Musik zu und wurde Schüler von Niels Wilhelm Gade und Johann Peter Emilius Hartmann. 1867–68 studierte er am Konservatorium von København. Im Jahr 1874 erhielt er das Anckerske Stipendium und ging auf einer Studienreise in Deutschland, die Schweiz und Italien. Auf der Reise traf er Liszt in Rom und erhielt in Leipzig ersten Teil seiner c-Moll Messe aufgeführt.

Im Jahr 1880 wurde Krygell Organist der Matthäus-Kirche in København wurde und hatte diese Stelle bis zu seinem Tode inne. Zu seiner Lebzeit war er im Land sehr bekannt und viele seiner Arbeiten wurden auch von anderen Musiker gespielt. Er selbst gab auch viele Orgelkonzerte sowohl in København als auch im ganzen Land. Zusätzlich zu seinen eigenen Kompositionen spielte er erfolgreich  Improvisationen anderer Komponisten, wie es damals in Mode war. Zu seiner Zeit galt Krygell als Verkörperung des romantischen Orgelkünstlers und geriet nach seinem Ableben 1915 im Laufe der Zeit mehr oder weniger in Vergessenheit.

Bestattet wurde er auf dem Vestre Kirkegård (West-Friedhof) in København. Bei seiner Beisetzung spielte das Tivoli Symphony Orchestra den 1. Satz seiner ersten Symphonie.

Krygell komponierte zu Lebzeiten etwa 150 Werke, darunter drei Sinfonien, sechs Orchestersuiten und zehn Orchesterouvertüren, 24 Präludien und Fugen für die Orgel, 24 Streichquartette und die Oper „Saul“.

von

Günter Schwarz – 27.07.2017