Kong Erik V.Klipping verzichtet (nicht ganz freiwillig) am 29. Juli 1282 auf die absolutistische Monarchie und führt den „Danehoffet“ (Danehof) ein, der eine Art Parlament ist und Kompetenzen in der Rechtsprechung und Enteignung von Bürgern übernimmt.

Erich V. Klipping wurde um 1249 auf Schloss Ålholm bei Nysted auf der Insel Lolland geboren. 1266 überließ Erik seiner Mutter den dänischen Teil Estlands als Witwengut und regierte selbständig. Seine Mutter, Margarete Sambiria, behielt jedoch zunächst dennoch Einfluss auf ihn und seine Regentschaft.

Weigerung, der Forderung von Papst Clemens IV. nach Wiedereinsetzung der von ihm verbannten Bischöfe aus seinem Reich nachzukommen, zog den päpstlichen Bann über den König und seine Mutter nach sich.

Erik von Schleswigs Mutter Mechthild von Holstein hattete sich 1260 mit Jakob Erlandsen und ihren Brüdern, den Grafen von Schauenburg und Holstein Johann I. und Gerhard I. gegen Dänemark verbündet. Margarete Sambiria setzte daraufhin die Fehde gegen Erzbischof Erlandson und Herzog Erik von Schleswig fort. Beim Angriff auf Holstein gerieten Erik V. und seine Mutter nach der Schlacht auf der Lohheide 1261 in Gefangenschaft. Margarete Sambiria konnte bald dank der Unterstützung von Albrecht von Braunschweig nach Dänemark zurückkehren.

Nachdem Albrecht, der selbst die Macht in Dänemark an sich reißen wollte, durch den dänischen Adel wieder vertrieben worden war, regierte Margarete Sambiria. Jakob Erlandson sowie weitere hohe Geistliche wurden verbannt. Erik dagegen wurde in Holstein interniert und kam erst 1264 nach Intervention durch Markgraf Johann I. gegen erhebliche Zugeständnisse an Erik von Schleswig wieder frei. Auch nach seiner Rückkehr regierte bis etwa 1266 zunächst seine Mutter für ihn.

Bischof Erlandson gelangte dadurch jedoch nicht wieder in sein Amt, sondern blieb in Italien und intervenierte beim Papst, doch erst 1272 setzte Papst Gregor X. durch, dass die dänischen Bischöfe sich beugten. Erlandson machte sich auf die Reise in den Norden, kam jedoch 1274 auf Rügen durch einen Armbrustschuss um.

1272 starb Erik von Schleswig und Erik Klipping regierte als Vormund für dessen Erben Valdemar IV. Schleswig und verleibte Flensburg, Alsen und Fehmarn seinem Reich ein.

Zwar erlangte Erik auf diese Weise Erfolge gegen die Feinde seines Vaters, doch ansonsten war seine gesamte Regierungszeit durch Anarchie geprägt. 1282 wurden seine ohnehin faktisch schon eingeschränkten Rechte durch eine vom dänischen Adel aufgezwungene Handfeste weiter beschränkt. Dies war die erste dänische Handfeste und sie entzog dem König die Gerichtsamkeit, sondern band diese an ein ordentliches Gericht, das Danehoffet. Auch seiner willkürlichen Enteignung des Besitzes seiner Untertanen wurde ein Riegel vorgeschoben.

Auch mit seiner Verwandtschaft gab es Konflikte. So war Erik V. nicht bereit, den Töchtern seines Onkels Erik IV. Plogpenning, die ihnen zustehenden Güter zu übereignen. Da es sich bei Sofia um eine schwedische und bei Ingeborg um eine norwegische Königswitwe handelte, verkomplizierte dieses die Beziehungen zu Schweden und Norwegen.

Am 22. November 1286 wurde Erik auf der Jagd in Finderup bei Viborg in Jylland (Jütland) durch mehrere Dolchstiche ermordet. Die Identität der Mörder ist nicht eindeutig geklärt, obwohl als Drahtzieher wird sein Cousin Jakob Nielson, Graf von Halland, ein Enkel von Waldemar II. Sejrs unehelichem Sohn Niels, genannt wird. Beim Prozess vor dem Danehoffet in Nyborg im folgenden Jahr wurden neun Adlige, darunter Jakob Nielson, des Mordes angeklagt und für vogelfrei erklärt. Sie flohen nach Norwegen. Ein halbes Jahrhundert später erklärte eine Chronik Valdemar IV. von Schleswig für den Mörder.
Erik V. liegt im Dom zu Viborg begraben. Sein Sohn Erik Menved wurde sein Nachfolger. Valdemar IV. von Schleswig und dessen Mutter Agnes wurden seine Vormünder.

Anmerkung: Sein Beiname „Klipping“ („Klippe“ = vom Zain oder Silberbesteck abgeschnittene, quadratische Münze) war von der gleichnamigen Scheidemünze abgeleitet. Die Herleitung seines alternativen Beinamens „Glipping“ („Blinzler“) von dänisch „glippe“ = „(mit den Augen) zwinkern“ wird historisch verworfen.

von

Günter Schwarz – 29.07.2017