(København) – Vor 25 Jahre hatte das Nationalmuseum in København schon einmal aufgefordert, einen Tag lang ein Tagebuch zu führen. Damals am 2. September 1992 beteiligten sich rund 51.000 dänische Bürger an dieser Aktion und sandten ihre Aufzeichnungen darüber, die sie an jenem Mittwoch gemacht und erlebt haben, dem Nationalmuseum zu.

Jetzt sollen die Dänen am Mittwoch, dem 6. September 2017, abermals ihren Alltag schriftlich festhalten und die Aufzeichnungen dem Nationalmuseum zur Verfügung stellen. Forscher erwarten von diesen Aufzeichnungen ganz besondere Erkenntnisse, denn das gibt einen fantastischen Einblick in den Alltag der Bürger, meint Christian Sune Pedersen, Forschungschef des Nationalmuseums.

„Diese Tagebücher sind wichtig, weil sie unglaublich detailliertes Material darüber liefern, wie die Menschen ihren Alltag erleben. Außerdem können wir sie nutzen, um sie mit den Tagebüchern der vorherigen Aufzeichnung von vor 25 Jahren zu vergleichen, um zu sehen, was und inwieweit sich etwas im täglichen Leben der Menschen verändert hat. Gleiches könnte man in Zukunft wieder machen“, so der Forschungschef.

Seitdem das Experiment zuletzt stattfand, hat sich der Alltag der Bürger mit ziemlicher Sicherheit sehr verändert. 1992 war die Mauer in Berlin gerade erst etwa 2 Jahre zuvor gefallen, Aids war noch eine Krankheit, die mit Sicherheit zum Tod führte, und Festnetztelefone dominierten noch die Telefonkommunikation, wohingegen heute fast noch Mobiltelefone genutzt werden, so Pedersen

Die letzte Aktion dieser Art ermöglichte dem Museum einen einzigartigen Einblick in den Alltag der Bürger im Jahr 1992. Gleiches erhofft sich Christian Sune Pedersen nun auch wieder. „Es ist eine fantastische Quelle, um zu sehen, wofür die Bürger ihr Geld ausgeben, was sie tun und was sie denken. Es ist wie eine Zeitkapsel die einfach immer weiter gefüllt wird.“

Er fordert daher alle dänischen Bürger, die sich an dem Experiment beteiligen möchten, auf, am 6. September ihren gesamten Tag schriftlich festzuhalten. Beispielsweise wann sie aufgestanden sind, was sie zu den Mahlzeiten zu sich genommen haben und mit wem und über was sie im Laufe des Tages gesprochen und getan haben.

Diese Aufzeichnungen sollen dann per E-Mail dem Nationalmuseum übermittelt werden.

von

Günter Schwarz – 06.08.2017