(København) – Von den dänischen Socialdemokraterne (SF) wird es als unfair bezeichnet, dass alle Bürger die gleichen Rundfunkgebühren bezahlen müssen. Sie wollen die Gebühren gänzlich abschaffen und verfolgen damit die gleiche Absicht wie die rechtspopulistische Dansk Folkeparti (DF / Dänische Volkspartei).

Wenn es um die Rundfunkgebühren geht, die in Dänemark auch „Lizenz“ genannt wird, dann stoßen die Socialdemokraterne und die Dansk Folkeparti (wieder einmal) in das gleiche Horn. In der Tageszeitung „Berlingske“ hat am Mittwoch der Vorsitzende der Dansk Folkeparti, Kristian Thulesen Dahl, vorgeschlagen, die Rundfunkgebühren zu streichen. Und dieser Vorschlag erhält die volle Unterstützung der Socialdemokraterne.

„Die ,Lizenz‘ ist ungerecht. Alle bezahlen den gleichen Preis – egal ob Student, Sozialhilfeempfänger oder Direktor. Deshalb würde ich die ,Lizenz‘ gerne abschaffen und in eine progressive Mediensteuer umfunktionieren“, sagt der Fraktionsvorsitzende der SF, Jacob Mark. An einem Punkt zeigt sich Mark jedoch mit Dansk Folkeparti uneinig. „Die Mediensteuer sollte nicht von Jahr zu Jahr ein Teil des Haushaltsgesetzes sein“, so Mark.

Darüber hinaus hat die Dansk Folkeparti vorgeschlagen, rund 25 Prozent des Budgets vom öffentlich-rechtlichen Sender DR (Danmarks Radio) zu kürzen. Das ist ein Vorschlag, der auch nicht von den Socialdemokraterne befürwortet wird. „Persönlich bin ich der Meinung, dass DR ein sehr gutes Produkt liefert – speziell für Kinder. Wir brauchen ein starkes rechtlich-öffentliches Fernsehen“, so Mark.

Die Rundfunkgebühren betragen in Dänemark jährlich 2.492 Kronen (335 Euro).

von

Günter Schwarz – 09.08.2017