Dass der dänische Prinzgemahl, Prin Henrik, nicht zufrieden ist, hörte man bereits desöfteren, und er hat sich in den vergangenen Jahren öfters zu seinem Titel geäußert und auch sein Missfallen darübrer zum Ausdruck gebracht. Welchen Titel er beanspruchen könnte, beschäftigt jetzt auch die Historiker.

König, Prinzgemahl oder Königsgemahl? Welchen Titel Prinz Henrik eigentlich beanspruchen könnte, beschäftigt auch die Historiker wie Hans Christian Bjerg, der in „Berlingske“ dazu gestern einen Standpunkt unter dem Titel geschrieben hat: „Gleichstellung im Königshaus: Kong Margrethe und Dronning Henrik.“

Er beruft sich dabei u. a. auf das Gleichstellungsgesetz von 1978. Demzufolge darf bei Stellenbezeichungen nicht hervorgehen, ob es sich um Mann oder Frau dreht. Ausnahme sei da beispielsweise die Krankenschwester, die sowohl das eine als auch das andere sein kann – also m/w. Das sei einfacher im Französischen, wo man der Stellenbezeichnung entnehmen kann, ob es sich um Mann oder Frau dreht.

Man sollte dem Gesetz zufolge nicht bestimmte Titel für ein Geschlecht reservieren können. Das sei interessant in der Diskussion um Prinz Henrik, der gerne den Titel Königsgemahl tragen würde. Das könne verwundern, da er ja nie in die Nähe des Königstitels kommen würde. Aber gemäß Gleichstellungsgesetz habe er da eine Pointe. Womöglich habe er sogar recht mit seiner Auffassung dazu.

Traditionell ist der dänische Regent immer König gewesen, während der Ehepartner Königin und also eine Frau war. Schuld an der Misere sei die fehlende Präzisierung im Thronfolgegesetz vom 27. März 1953 – und weil der neue Regent m/w 1972 nicht den korrekten Titel König übernahm, was ja laut Grundgesetz vom 5. Juni 1953 der wahre Titel sei. Man wollte damals eine Verbindung zu Königin Margrethe (1353 bis 1412) knüpfen, so dass die heutige Königin offiziell Margrethe II. wurde. Aber dieses sei unaufrichtig und auch nicht ganz nachvollziehbar, denn Margrethe I. war nur Königin, weil sie mit Norwegens König , Kong Haakon VI., verheiratet war. Sie habe jedoch nie den Titel Königin als Regent(in) von Dänemark gehabt.

Trotz des Thronfolgegesetzes von 1953 werde der Regent m/w im Grundgesetz nur als König tituliert. Eine Konsequenz daraus wäre, dass eine Frau auf dem Thron auch als König bezeichnet werden müsste. Es war also, so der Historiker, ein formaler Fehler, dass Margrethe nicht den Titel König erhielt. Man hätte damals auch den Titel des Ehepartners präzisieren müssen. Staatsrechtlich sei Margrethe König. Somit könnte ihr Ehepartner laut Gleichstellungsgesetz sich auch entweder als Königin oder Königsgemahl bezeichnen.

Einleuchtend sei, so der Historiker Hans Christian Bjerg, dass Henrik sich nicht als Königin titulieren lassen möchte. Ob der Prinzentitel dazu berechtige zu sagen, dass er nicht würdig sei, eines Tages neben einem weiblichen König beigesetzt zu werden, sei dahingestellt…

von

Günter Schwarz – 09.08.2017