(København) – Es werden besondere Vorbereitungen in den Streitkräften getroffen, um Soldaten für polizeiliche Maßnahmen auszubilden, die die Polizei bei ihrem Kampf gegen die Bandenkriminalität entlasten sollen.
#
Dänische Soldaten werden in Zukunft Teile der Grenzkontrolle an der dänisch-deutschen Grenze übernehmen und eventuell auch für andere Objektsschutzaufgaben in Dänemark verantwortlich sein. Laut Danmarks Radio Avisen (Nachrichtensendung von DR) will die Regierung den Streitkräften besondere Aufgaben übertragen, mit der Polizei in außergewöhnlichen Situationen wie beispielsweise bei einem Terroranschlag zur Seite zu stehen.

Die anhaltenden Bandenkonflikte in København und anderen Teilen des Landes wird nun von der Regierung als außergewöhnliche Situation bezeichnet, und deshalb sollen die speziell vorbereiteten und ausgebildeten Soldaten eingesetzt werden.

Die Soldaten müssen die Polizei zunächst im Zusammenhang mit der dänischen Grenzkontrolle nach Deutschland entlasten, damit sich die Polizei stärker auf die Bandkonflikte konzentrieren kann, die in København immer wieder vorkommen und auch erst am vergangenen Samstag mit einem Schusswechsel mit Verletzten in der Nørregade im Zentrum der Hauptstadt geschehen sind.

Die Aufgaben der Soldaten können auch erweitert werden, um beispielsweise die Bewachung der jüdischen Karolinenschule, der Synagoge in der Krystalgade in København und an anderen Orten zu übernehmen. Laut DR Avisen sollenVerhandlungen zwischen der Polizei und den Streitkräften aufgenommen werden, um entsprechende Vereinbarungen zu treffen.

Die eingesetzten Soldaten sollen Wachtätigkeiten der Polizei durchführen und werden unter Polizeikommando stehen und von daher Vorgesetzte der Polizei unterstehen und nicht ihren militärischen Offizieren bei der Ausübung ihres Dienstes. Die Soldaten werden Polizeikurse durchlaufen, um polizeiliche Aufgaben erfüllen zu können, und unter anderem sollen sie auch befugt werden, Verhaftungen vorzunehmen.

Die Planung der Regierung wurde auch vom Fernsehkanal TV2 erwähnt, und dort bezeichnete der Vorsitzende des Polizeiverbandes, Claus Oxfeldt, das Vorhaben als sensationell befremdlich und „undänisch“, Soldaten zur Durchführung ziviler Aufgaben einzusetzen. „Wir befinden uns immer noch im Frieden, trotz der Bandkriege, und so bin ich etwas überrascht, dass die Politiker sich dafür entscheiden, das Militär einzusetzen, um einige polizeiliche Aufgaben wahrzunehmen“, sagte Claus Oxfeldt zu TV2.

Von Ministerpräsident Lars Løkke Rasmussen (Venstre / rechtsliberale Partei) wird erwartet, die Planung auf einer Pressekonferenz im Zusammenhang mit der derzeit stattfindenden Sommersitzung der Venstre Partei bekanntzugeben.

von

Günter Schwarz – 14.08.2017