(Berlin) – Wie eine Sprecherin des Auswärtigen Amts am Freitag in Berlin mitteilte, wurden erneut zwei Bundesbürger in der Türkei f wohl aufgrund politischer Vorwürfe estgenommen. Die Festnahme erfolgte am gestrigen Donnerstag.

„Das Generalkonsulat Izmir wurde von nichtstaatlichen Stellen über die Festnahme der beiden informiert. Die Flughafenpolizei in Antalya hat dann auf Anfrage des Konsulats die Festnahme bestätigt“, sagte die Sprecherin. Bestätigt wurde die alleinige deutsche Staatsangehörigkeit der beiden Festgenommenen. Telefonischen Kontakt zu den Personen sei dem Generalkonsulat jedoch verwehrt worden. Die Bundesregierung versuche derzeit, einen Kontakt herzustellen und dsie konsularische Betreuung so schnell wie möglich sicherzustellen.

Momentan befinden sich 55 deutsche Staatsangehörige in der Türkei in Haft, einschließlich der beiden neuen Festgenommenen – zwölf davon sind aus politischen Gründen in Haft. „Unsere Forderung an die Türkei ist klar“, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert. „Wir erwarten, dass deutsche Staatsbürger freigelassen werden.“ Seibert kritisierte auch Verstöße gegen das Wiener Übereinkommen, das die konsularische Betreuung von Inhaftierten regele. Die Bundesregierung beklagt seit Wochen, dass sie keinen ungehinderten Zugang zu deutschen Staatsbürgern erhalte.

Die Linke erhob schwere Vorwürfe gegen die Bundesregierung und die gegenwärtige Politik gegenüber Ankara. Man gefährde die Sicherheit der Bürger, sagte Sevim Dagdelen, Sprecherin der Linksfraktion für Internationale Beziehungen. Angesichts der Gefährdungslage müsse das Auswärtige Amt unverzüglich eine offizielle Reisewarnung für die Türkei herausgeben. “Das Zaudern der Bundesregierung hat in der Vergangenheit und wird auch in der Zukunft den Geiselnehmer Erdoğan nicht beeindrucken.”

von

Günter Schwarz – 01.09.2017