Johann Erich von Berger, der dänisch-deutsche Philosoph wird am 1. September 1772 in Faaborg auf Fyn (Fünen) geboren.

Johann Erich von Berger war der Sohn des dänischen Generals Valentin von Berger, der vom hannöverschen in den dänischen Militärdienst getreten war. Berger studierte anfänglich an der Universität København, von wo aus er nach bestandener juristischer Prüfung 1791 eine Reise nach Hamburg machte, wo er die mütterlichen Verwandten, die Mutter war eine geborene von Schilden, kennenlernte. Dann studirte Berger in Göttingen, Kiel, Jena und wieder in Kiel Geschichte, Staatswissenschaft, Naturwissenschaft, Mathematik und Philosophie.

Auf den Rat Friedrich Wilhelm Joseph von Schellings wendete er sich auch den Naturwissenschaften zu und ließ sich als Landwirt im Herzogtum Holstein nieder.

Seit 1809 hörte er bei Carl Friedrich Gauß in Göttingen Astronomie. 1814 wurde er o. Professor für Astronomie und Philosophie an der Christian-Albrechts-Universität Kiel. 1821/22 und 1832/33 war er Rektor der CAU.

Sein System, das er nach mehreren kleineren Schriften wie „Philosophische Darstellung der Harmonien des Weltalls“ (Altona 1808) und „Über den scheinbaren Streit der Vernunft wider sich selbst“ (Altona 1818 in seinem Hauptwerk „Allgemeine Grundzüge der Wissenschaft“ (Altona 1817–1827, 4 Bde.) niederlegte, war eine Art Identitätsphilosophie, bei welcher der Begriff der Bewegung, welche den Zusammenhang des natürlichen Werdens (der Dinge) und des idealen Werdens (als höchsten Endziels der Geisterwelt) vermittelt, die Hauptrolle spielt, was auf die nachher entwickelte Philosophie seines einstigen Zuhörers Friedrich Adolf Trendelenburg nicht ohne Einfluss geblieben ist.

Sein „organisches Modell der Wissenschaften“ charakterisierte er wie folgt:

„Wir dürfen also wohl hier schon im Allgemeinen aussprechen, was der Inhalt aller Wissenschaft seyn mag, und was keine Erfahrung widerlegen kann: Daß das Princip der Entwickelung und des Zusammenhangs unserer Gedanken auch das der Entwickelung und des Zusammenhangs der Dinge seyn müsse.“

– Erich von Berger

Johann Erich von Berger verstarb am 22. Februar 1833 in Kiel.

von

Günter Schwarz – 01.09.2017