Der dänische Anatom Caspar Thomeson Bartholin, auch unter den Namen Caspar Bartholin Secundus oder Caspar Bartholin der Jüngere bekannt, wird 10. September 1655 in København geboren. Bartholin war der Erstbeschreiber der „Glandula vestibularis major” (lat.-anat.; ‚große Scheidenvorhof-Drüse‘), die in der Humananatomie nach ihm auch als „Bartholin-Drüse“ oder „Bartholin’sche Drüse“ bezeichnet wird.

Er war der Sohn des Anatomen und Naturwissenschaftlers Thomas Bartholin und Enkel des gleichnamigen Theologen und Anatomen Caspar Bartholin. Letzterem wird gelegentlich fälschlicherweise die Entdeckung der Bartholinischen Drüse zugeschrieben.

Caspar Bartholin begann 1671 sein Medizinstudium und wurde bereits 1674, als 19-Jähriger, von König Christian V. zum Professor für Philosophie ernannt. Nach seiner Ernennung unternahm er eine dreijährige Studienreise durch Europa, bei der er unter anderem beim Pariser Anatomen Joseph Guichard Duverney (1648–1730) arbeitete. Mit diesem zusammen fand er die Bartholinsche Drüse bei einer Kuh. Nach seiner Rückkehr nach København lehrte er als Professor für Physik und Anatomie an der Universität København, wo er dreimal als Rektor amtierte. 1678 erhielt er von seinem Vater, der mehrmals Rektor der Universität war, den Doktortitel für Medizin.

Um 1700 gab Caspar Bartholin seine Lehrtätigkeit an der Universität auf und begann sich für Politik zu interessieren. 1709 wurde er Richter am obersten Gericht, 1719 Generalstaatsanwalt und 1724 Ministerialrat für Finanzen.

Caspar Bartholin der Jüngere verstarb am 11. Juni 1738 in seiner Geburtsstadt København.

von

Günter Schwarz – 10.09.2017