(Berlin) – Ein Kommentar der neuen Fraktionsvorsitzenden der SPD, Andrea Nahles, der wohl scherzhaft gemeint worden sein soll, hat am Mittwoch eine Debatte in sozialen Medien ausgelöst. Angesichts des wahrscheinlichen Endes der Großen Koalition zwischen SPD und CDU/CSU erklärte Nahles auf Letztgenannte gemünzt gestern, dass diese „ab morgen in die Fresse kriegen“ würden. Die Aussage löste auf Twitter einen ungeahnten Shitstorm aus.
Der SPD-Kanzlerkandidat und Vorsitzende der Partei, Martin Schulz, hatte nach Bekanntwerden der ersten Wahlhochrechnungen erklärt, dass die SPD nicht mehr für eine Große Koalition zur Verfügung stehe und in die Opposition gehen werde.

Auf die Aussage von Andrea Nahles reagierten einige Twitter-Nutzer erzürnt und zogen unter dem Hashtag #InDieFresse Vergleiche zur AfD. Diese hatte bis zuletzt mehrfach mit kontroversen Aussagen von Parteivertretern für Schlagzeilen gesorgt, welche von Vertretern anderer Parteien heftigst kritisiert wurden. Umgekehrt war die AfD ihrerseits mehrfach zum Ziel umstrittener und untergriffiger Formulierungen vonseiten politischer Gegner geworden.

Nahles erklärte im Nachhinein zu ihrer umstrittenen Aussage, dass diese ein Scherz gewesen sei und auch CDU- und CSU-Vertreter diese lustig gefunden hätten.

Viele Nutzer von Twitter echauffierten sich darüber, dass eine SPD-Vertreterin sich auf diese Weise äußere, während die Partei immer wieder die AfD stark für kontroverse, teilweise vergleichbare Aussagen kritisiert habe:

Ein anderer Twitter-Nutzer findet den AfD-Vergleich wiederum nicht angebracht. Deren Fraktionsvorsitzender Alexander Gauland hatte erklärt, dass die AfD die Regierung „jagen“ werde und dass auch Deutschland auf seine Soldaten im 1. und im 2. Weltkrieg stolz sein dürfen solle, wenn die Franzosen Napoleon und die Briten Churchill verehren.

von

Günter Schwarz – 28.09.2017