Am 28. September 1912 hebt der dänische Erfinder und Motorenentwickler Jacob Christian Hansen Ellehammer erstmals mit einem selbstgebauten Helikopter kurz ab.

Jacob Christian Hansen Ellehammer wurde am 14. Juni 1871 in Bakkebølle in Sydsjælland, Dänemark geboren und machte sich einen Namen als dänischer Luftfahrtpionier. Von väterlicher Seite trug er den Familiennamen Hansen, den er 1901 durch den Namen Ellehammer aus der Familie seiner Mutter ergänzte, weshalb die dänische Schreibweise Jacob Christian Hansen-Ellehammer lautet.

Ellehammer stammte aus einem Elternhaus, wo Erfindungen und Unternehmertum seine Vorbilder waren. Er wuchs in Vålse Vig auf, einem Polder auf der Insel Falster, der durch seinen Vater trockengelegt worden war. Nach einer Uhrmacherlehre und seinem Dienst in der Marine kam er 1893 nach København und arbeitete in verschiedenen Betrieben, in denen elektromechanische Geräte und Schreibmaschinen hergestellt wurden.

1898 gründete er eine eigene Firma unter dem Namen „Ellehammers mekaniske Etablissement“. Zunächst befasste er sich mit der Reparatur von Schreibmaschinen. Dann ließ er ein Gerät mit dem Namen „Kinematograf“ patentieren, ähnlich dem „Kinetoskop“ von Thomas Alva Edison. Wenige Jahre nach der Entdeckung der Röntgenstrahlen durch Wilhelm Conrad Röntgen baute er ein Gerät, das im Panoptikum aufgestellt wurde und mit dem die Besucher ihre eigene Hand durchleuchten konnten. Auch einen Musikautomat auf der Basis von Edisons Phonograph produzierte er. Sein Bierschankautomat wurde international verkauft. In den frühen Jahren des 20. Jahrhunderts patentierte er mehrere Maschinen zur Automatisierung der Produktion von Zigaretten.

Um 1902 begann Ellehammer mit der Entwicklung eines Motorrads, eine rollerartige Konstruktion eines Leichtkraftrades, das von 1904 bis 1914 unter dem Namen Elleham produziert und mit ca. 1.000 Stück für die damalige Zeit als Massenprodukt verkauft wurde. Diese Motorräder wurden bei der Firma Ellehammer A/S für private Nutzer, für das dänische Militär und die Post in Dänemark gefertigt. Einige wenige Modelle sind heute noch fahrbereit und befinden sich auch in Fahrzeugmuseen.

Anfangs beschäftigte er sich nur mit dem Bau von Explosionsmotoren und entwickelte bei diesen Arbeiten1896 einen Flugmotor. Bereits zu dieser Zeit vertrat er die Meinung, dass nicht Ballons und Luftschiffe, sondern Fluggeräte schwerer als Luft eine Zukunft hätten. 1905 baute er einen Eindecker mit Motor und führte damit Flugversuche durch, jedoch war der 9-PS-Motor zu schwach. Daraufhin konstruierte er einen Motor mit 18 PS. Beide Motoren waren die ersten luftgekühlten Sternmotoren der Welt.

Mit seinem Flugapparat Ellehammer No. 1 und dem vorhin erwähnten 18-PS-Motor gelang ihm auf der kleinen dänischen Insel Lindholm am 12. September 1906 ein Flug mit 42 m Länge und 0,75 m Höhe. Er wurde jedoch nicht anerkannt, da er nicht von der FAI kontrolliert wurde wie der erste Flug von Alberto Santos-Dumont am 23. Oktober 1906.

Ellehammer baute in den Jahren 1907–1916 weitere ähnliche Flugapparate. Am 13. Februar 1908 flog seine neue Flugmaschine rund 300 m. Im Juni 1908 erhielt er für einen Flug mit elf Sekunden Dauer einen Preis von 5000 Mark von Prinz Heinrich von Preußen. Im Oktober 1908 flog der deutsche Flugpionier Hans Grade eine Ellehammer IV.

Am 28. September 1912 hob er erstmals mit seinem selbstgebauten Helikopter (im Bild) kurz ab.

Nach einem Flugunfall 1916 zog er sich aus dem Flugzeugbau zurück. Danach widmete er sich dem Maschinenbau, z. B. dem Motor- und Pumpenbau. Ab 1930 bekam er wieder Interesse am Flugzeugbau, entwickelte aber keine kompletten Flugzeuge mehr.

Ellehammer verstarb am 20. Mai 1946 in Gentofte im Norden der Hauptstadtregion von København.

von

Günter Schwarz – 28.09.2017