(Ikast) – „Wir sind im Hungerstreik, weil wir langsam sterben. Wir sterben hier jeden Tag ein wenig mehr. Es ist ein langsamer Tod. Wir haben nichts zu tun, wir sitzen einfach nur in den Zimmern herum. Und wir brauchen Hilfe!“ so sagt Taleb Said Morad Ansari, Sprecher der 28 abgelehnten Asylbewerber im Zentrallager Kærshovedgård in Ikast, die sich aus Protest gegen die Bedingungen vor Ort am fünften Tag Hungerstreik befinden.

Sie tragen T-Shirts mit der Beschriftung, dass die abgelehnten Asylbewerber auch Menschen sind, und die 28 Männer wollen von den Behörden angehört und ihre Fälle sollen ernst genommen werden. Nach Aussage des Sprechers wollen sie alle Teil der Gesellschaft werden, die ihr eigenes Geld verdienen und Steuern zahlen, statt im Lager von Kærshovedgård zu sitzen, wo sie nicht einmal zur Schule gehen, selbst kochen oder arbeiten können. Die Bedingungen sind schlechter als in dänischen Gefängnissen, kritisieren sie.

Einige wurden aufgrund des Hungerstreiks schon ins Krankenhaus eingeliefert, während andere sich übergeben und sich sehr schlecht fühlen. Taleb Said Morad Ansari sagt, die Gruppe setzt ihren Hungerstreik so lange fort, bis sie von den Behörden ernst genommen werden.

Der Hungerstreik hat in den sozialen Medien Dänemarks zu einer lebhaften Debatte geführt, von denen die überwiegende Mehrheit sich jedoch kritisch zu den abgelehnten Asylbewerbern äußert.

Unter anderem hat der parlamentarische Kandidat für die rechtsextreme „Nye Borgerlige“ (Neue Bürgerliche Partei), Peter Seier Christensen. einen Bericht über der Hungerstreik von TV Midwest mit den Worten geteilt:

„Oh, was ist damit, nach Hause zu reisen? Sie wurden als Asylsuchende abgelehnt. Sie haben keinen Wohnsitz in Dänemark. Sie wurden angehört und nicht als Flüchtlinge eingestuft. Warum Sie sich entschieden haben, nach Dänemark zu kommen, wissen wir nicht, aber vielleicht denken sie , hier gut leben zu können. Die Steuerzahler aber möchten, dass ihr Geld für Dänen statt für Fremde ausgegeben wird. Dann macht euch weg und geht nach Hause, wo ihr hingehört.“

Die abgelehnten Asylsuchenden befinden sich seit dem 11. Oktober im Hungerstreik.

von

Günter Schwarz – 16.10.2017