Das dänische Hospitalschiff „Jutlandia“ kehrt am 16. Oktober 1953 nach seiner dritten und letzten Reise aus dem Koreakrieg (25. Juni 1950 bis 27. Juli 1953) zurück in seinen Heimathafen København nach Dänemark.

Das Motorschiff „Jutlandia“ war ein 1934 auf der Nakskov Skibsværft auf Lolland gebautes Passagier- und Frachtschiff der dänischen Reederei „Det Østasiatiske Kompagni“ (Ostasiatische Kompagnie) von 140,2 Meter Länge und 8.456 BRT. Bekannt wurde das Schiff besonders durch seinen Einsatz als Hospitalschiff während des Koreakriegs.

Im Auftrag der Vereinten Nationen und des Roten Kreuzes wurde die „Jutlandia“ von 1951 bis 1953 als ziviles Lazarettschiff im Koreakrieg eingesetzt. Die dänische Regierung hatte zuvor für die Umrüstung zu einem modernen Hospitalschiff, so dass an Bord vier Operationssäle und 356 Krankenbetten zur Verfügung standen.

Auf insgesamt drei Fahrten in das Kriegsgebiet kam das Schiff zum Einsatz. Zwischenzeitlich wurde das Schiff mit einer Klimaanlage, einer Augenklinik und einem Hubschrauberlandedeck den Erfordernissen des humanitären Einsatzes weiter angepasst.

Im Gegensatz zu den militärischen Lazarettschiffen wurden auf der „Jutlandia“ auch zivile koreanische Patienten medizinisch behandelt und versorgt, so dass neben 4.981 Soldaten wohl weit mehr als 6.000 Zivilisten behandelt werden konnten. Am 16. Oktober 1953 lief die „Jutlandia“ nach 999 Tagen im UN-Dienst wieder in København ein, um fortan wieder von der EAC (East African Community / Ostafrikanische Gemeinschaft) eingesetzt zu werden.


M/S „Jutlandia“ 1963
Nach dem Einsatz als Hospitalschiff wurde die „ Jutlandia“ zu einer königlichen Yacht umgebaut und diente in dieser Funktion bis1965. Am 14. Januar 1965, verließ sie København zu ihrer letzten Fahrt nach Bilbao, der Hauptstadt des spanischen Baskenlandes, wo sie verschrottet wurde.

Nachdem das Schiff langsam in Vergessenheit geriet, gelangte seine Geschichte durch den dänischen Sänger Kim Larsen und seinen Hit „Jutlandia“ (1986) wieder in das Bewusstsein der Öffentlichkeit.

von

Günter Schwarz – 16.10.2017