Der lutherische Theologe und Bischof Nicolai Edinger Balle, der auf der Insel Lolland am 12. Oktober 1744 verstirbt am 19. Oktober 1816 in København.

Nicolai Edinger Balle war der Sohn von Søren Pedersen Balle (1715–1758) und Margrethe Dorothea Mundt (1719–1762). Seine Mutter war die Tochter eines sektiererischen Schwagers Christian Mundt, der ebenfalls in Vestenskov gelebt hatte, aber aus dem Amt entfernt wurde und im Elend starb. Sie war eine sehr offenherzige Frau, und Balle sagte von ihr, die Freundlichkeit geerbt zu haben, die man ihm liebevoll anhing, aber auch die Stärke der Melancholie, die er täglich bekämpfen musste.

Im Alter von 11 Jahren kam Balle in Nakskov zur Schule und nach dem Tod seines Vaters 1758 wechselte er an die Slagelse-Lateinschule, von der er 1762 an die Universität København ging. Nach dem Studium, unter anderem bei Johann Salomo Semler in Halle, reiste er zu weiteren Studien nach Leipzig, Halle und Göttingen, bis er nach seiner Rückkehr 1769 im Jahr1770 zunüchst Landpastor in Jylland (Jütland) wurde und 1772 einen Ruf als vierter Professor der Theologie an der Universität København annahm.

Zwei Jahre später wurde er zum Hofprediger und zum Dr. theol. ernannt. Nach dem Tod seiner ersten Frau Frederikke Severine Grundtvig heiratete er 1782 Johanne Frederikke Harboe (geb. 1756), eine Tochter der Bischofs Ludvig Harboe. Noch im selben Jahr wurde er seinem Schwiegervater als Gehilfe zur Seite gestellt und übernahm nach dessen Tod im Jahr 1783 das Amt des Bischofs von Sjælland (Seeland) und Primas der Dänischen Kirche.

Durch Neuausgaben des Katechismus (1791) und des Gesangbuchs (1798) wirkte er im Sinne der Aufklärungstheologie, auch wenn er sich den radikaleren Bestrebungen Christian Bastholms widersetzte. 1808 ließ er sich in den Ruhestand versetzen.

von

Günter Schwarz – 19.10.2017