Der dänische Maler Richard Mortensen, der einer der bedeutendsten dänischen Künstler des 20. Jahrhunderts war, wird am 23. Oktober 1910 in København geboren.

Mortensen studierte in den Jahren 1931 bis 1932 an der Königlichen Dänischen Kunstakademie in København. Im Jahr 1937 unternahm er eine Studienreise nach Paris und begegnete dort den wichtigsten Vertretern des Surrealismus.

Anfang der 1930er Jahre wurde Mortensen von den Werken von Wassily Kandinsky beeinflusst. Seine Kunst dieser Zeit zeigt einen Ausdruck, der an Kandinskys abstrakte als auch an seine surrealistische Formensprache anknüpft. Im Jahr 1934 war Mortensen Mitbegründer der Künstlergruppe „Linien“.

Mortensens Kunst hatte später einen spontan-expressionistischen Charakter. Seine noch späteren Bilder zeichneten sich durch große, klare, leuchtende Farbenflächen aus, die gegeneinander gesetzt den Raum des Gemäldes bilden. Im Jahr 1946 erhielt Mortensen den Edvard-Munch-Preis. 1947 zog er nach Paris um, wo er bis 1964 lebte und arbeitete. Im Jahr 1950 erhielt er den Kandinsky-Preis.

Richard Mortensen war Teilnehmer der „documenta I“ (1955), der „documenta II“ (1959) und auch der „documenta III“ im Jahr 1964 in Kassel. 1960 nahm er an der „Biennale von Venedig“ teil. Im Jahr 1968 wurde er mit der Thorwaldsen-Medaille ausgezeichnet. Nach seiner Rückkehr nach Dänemark 1964 erhielt er eine Professur an der Königlichen Dänischen Kunstakademie in København, die er bis 1980 innehatte.

Mortensen starb am 6. Januar 1993 in København.

von

Günter Schwarz – 23.10.2017