(Rendsburg) – Am Samstag, den 28. Oktober 2017, erwartet die Rendsburger Theaterbesucher um 19.30 Uhr mit Schillers Schauspiel „Don Karlos“ ein absolutes literarisches „Highlight“ im Stadttheater Rendsburg, das sie sich nicht entgehen lassen sollten.

Vor dem Hintergrund der geschichtlichen Tatsachen ist das Drama vor den von Schiller bewusst angelegten unterschiedlichen Handlungssträngen zu sehen, die sich auf Konflikte gesellschaftlicher, familiärer, politischer und sozialer Art konzentrieren. Es bezieht sich inhaltlich auf die Jahre 1556-1598, in denen König Philipp II. das spanische Königreich führte.

Das Drama von Friedrich Schiller, das im Paratext als „dramatisches Gedicht“ als Stück aus fünf Akten besteht, verfasste Schiller nach der literarischen Vorlage „Dom Carlos, nouvelle histoire des Abbé de Saint Réal“ in den Jahren von 1783 bis 1787. Es wurde am 29. August 1787 in Hamburg uraufgeführt und behandelt vordergründig politisch-gesellschaftliche Konflikte – so die Anfänge des Achtzigjährigen Krieges, in dem die niederländischen Provinzen ihre Unabhängigkeit von Spanien erkämpften – und familiär-soziale Intrigen am Hofe von König Philipp II. (1556–1598).

In Zeiten blutiger Glaubenskriege bröckelt das Imperium von König Philipp von Spanien. Er selbst ist innerlich erloschen, ausgebrannt, ein Nachfolger nicht in Sicht. Seinem eigenen Sohn Don Karlos verwehrt er den Zugang zur Macht. Die ihm versprochene Frau, Elisabeth von Valois, heiratet Philipp lieber selbst und macht sie zur Königin von Spanien. Karlos wiederum reibt sich in der Vergeblichkeit seines Liebens und Handelns auf, während die Karrieristen der Kirche und des Militärs, Domingo und der Herzog von Alba, ihre Machtübernahme planen.

In diese verfahrene Situation kommt Marquis Posa aus den Niederlanden zurück, wo er die Schrecken der Glaubenskriege und der fundamentalistischen Machtkämpfe mit angesehen hat. Jetzt kämpft er für einen Weg der Toleranz, und es gelingt ihm für Momente, das in Zynismus und Isolation erstarrte Machtgefüge in Bewegung zu bringen. Doch die zerstörerischen Kräfte schlafen nicht.

DON KARLOS ist höfisches Intrigen- und Eifersuchtsstück, politischer Kriminalfall, historisches Ideendrama. Zwei Jahre vor der französischen Revolution entwickelt Schiller das Ideal von Freiheit und Selbstbestimmung. Seine jugendlichen Helden scheitern an ihren Idealen. Was sie auch tun, sie stoßen an ihre Grenzen und müssen ihre Erfahrungen teuer bezahlen. Selbst Philipp ist ein Gefangener seines eigenen Machtapparates. Freiheit – was ist das eigentlich?

Besetzung

       Leitung:

          –  Inszenierung: Wolfram Apprich
          –  Ausstattung: Stephan Testi
          –  Musik: Christoph Coburger

       Mit:

          –  Philipp der Zweite: Uwe Kramer
          –  Elisabeth von Valois: Katrin Schlomm
          –  Don Karlos: Flavio Kiener
          –  Prinzessin von Eboli: Neele Frederike Maak
          –  Marquis von Posa: Christian Simon
          –  Herzog von Alba: Lisa Karlström
          –  Domingo: Nenad Subat
          –  Der Großinquisitor des Königsreichs: Ingeborg Losch

Vorstellungsdauer: 2 ¾ Stunden, eine Pause – Eintritt ab 11,00 Euro

von

Günter Schwarz – 25.10.2017