(København) – Dänemarks Dronning Margrethe II. wünscht sich, dass der Vater der Reformation, Martin Luther, auch heute noch die Menschen inspiriert – auch wenn er für manche Kontroverse steht.

Am gestrigen Reformationstag des 500-jährigen Reformationsjubiläums hat Dronning Margrethe II. als Schirmherrin des Jubiläums in Dänemark eine Rede im Folketing gehalten und an die Bedeutung Martin Luthers auch für das heutige Dänemark erinnert. „Die Reformation hat tiefe Spuren hinterlassen. Dänemark, wie wir es heute kennen, wäre ohne Reformation schlicht undenkbar. Ihre Spuren sind überall“, so die Königin – die gleich ein Beispiel nannte: „Die dänische Muttersprache wurde vorherrschend in Kirche, Gesellschaft und Schule.“

Die Reformation habe, so die Königin „zu den 95 Thesen geführt, die an die Schlosskirche in Wittenberg geschlagen wurden. Es waren gewaltige Kräfte, die freigesetzt wurden. Luther ahnte nicht, welchen Wirbel er auslösen würde“.

Dronning Margrethe sprach am Dienstag nach der Folketingspräsidentin Pia Kjærsgaard von der Dansk Folkeparti (Dänischen Volkspartei) und vor Regierungschef Lars Løkke Rasmussen (Venstre / Rechtsliberale Partei). Die königliche Familie, neben der Königin waren auch Kronprinz Frederik, Kronprinzessin Mary, Prinz Joachim und Prinzessin Marie und Prinzessin Benedikte, wurde auf der Haupttreppe des Folketings vom Folketingspräsidium und Statsminister Løkke empfangen.

Mit der Reformation seien sämtliche Instanzen zwischen dem einzelnen Menschen und Gott weggefallen. Priester durften heiraten, sagte die Königin und: „Ich hoffe, dass Luther, so kontrovers er auch ist, noch immer inspirieren kann.“

„Die Reformation wurde 1536 noch zu Lebzeiten Martin Luthers in Dänemark eingeführt“, berichtet sie. „Und der junge Königssohn Christian führte die Reformation in Haderslev und im Lehen Tørning schon 1526 ein“, sagte Margrethe II. „Er folgte seinem Vater als König 1534. Als er zwei Jahre später im Bürgerkrieg Grafenfehde gesiegt hatte, führte Christian III. mit fester Hand die Reformation im ganzen Land ein“, so die Geschichtsstunde der Königin weiter.

Laut dänischem Grundgesetz muss sie als Staatsoberhaupt Dänemarks der evangelisch-lutherischen Kirche angehören.

von

Günter Schwarz – 01.11..2017