Die wohl bekannteste Hexe im damaligen Königreich Dänemark-Norwegen, Maren Spliid, wird am 09. November 1641 in der im 8. Jahrhundert gegründeten und damit ältesten dänischen Stadt, in der jysk (jütischen) Stadt Ribe, öffentlich verbrannt.

Maren Spliid, Spliids oder Splids, (um 1600 – 9. November 1641), war eine angebliche dänische Hexe, wahrscheinlich das bekannteste Opfer der Hexenverfolgung in Dänemark. Im vereinigten Königreich Dänemark-Norwegen wurden mehr Hexen als die anderen Ländern in Skandinavien hingerichtet, und viele von ihnen wurden zwischen 1540 und 1693 verbrannt, besonders in Jylland (Jütland).

Maren Spliid war die Frau eines wohlhabenden und erfolgreichen Schneider in der Stadt Ribe in Jylland und führte ein Gasthaus in einem der Häuser ihres Mannes. Sie war eine unabhängige Frau mit einer scharfen Zunge.


Das Haus in Ribe, in dem Maren Spliid lebte.
Didrik der Schneider, ein erfolgloser professioneller Konkurrent zu ihrem Ehemann, beschuldigte sie 1637 der Zauberei. Er behauptete, dass er eines Nachts von drei Hexen geweckt worden war; zwei waren ihm unbekannt, aber die dritte war Maren. Sie hatten ihn festgehalten, und Maren blies ihm in den Mund. Am Tag danach war er krank und erbrach einen Gegenstand, von dem er dachte, dass er sich bewegte. Das Objekt wurde dem Gericht von Priestern und dem Bischof vorgebracht und dieses erklärte es für unnatürlich. Aber ihr Mann stand an ihrer Seite und schaffte es, dass sie von den ihre gemachten Vorwürfen freigesprochen wurde.

Didrik sammelte daraufhin Zeugen zur Unterstützung seiner Sache und ging 1639 direkt zum Kong Christian IV. von Dänemark. Der König erklärte, dass der Fall wieder aufgenommen werden sollte und dass Maren 15 Zeugen zur Beleumundung ihres Charakters anbringen sollte, um sie von den Vorwürfen der Hexerei freizusprechen. Sie schaffte es nicht, diese 15 Personen zu bekommen, und wurde deshalb 1640 der Anklage für schuldig befunden. Die höhere Gerichtsinstanz, die ihr Mann daraufhin angerufen hatte, entschied jedoch anders und ließ Maren wieder frei.

Daraufhin gelangte die Angelegenheit vor den höchsten Gerichtshof, in dem der König der Richter war. Der König hatte Maren nach København bringen und dort foltern lassen, obwohl das Gesetz die Folter von Gefangenen verbot, bevor sie hingerichtet werden sollten. Unter der Folter gab sie ihre Schuld zu und beschuldigte dabei eine Anzahl eweiterer Leute der Hexerei.

Im Urteil hieß es: „Weil Maren Spliid persönlich und hier vor dem Gericht sowie in früheren Bekenntnissen gestanden hat, dass sie die Zauberei benutzt und dadurch das heilige Sakrament der Gemeinschaft missbraucht hat, befanden wir sie als eine Zauberin, der ihr Leben unter erleiden des Pflocks und Feuers endet.“ In Dänemark wurden Hexen zumeist auf dem Scheiterhaufen verbrannt.


Gedenktafel an dem Wohnhaus von Maren Spliid in Ribe
Bereits am Tag nach dem Urteilsspruch wurde Maren außerhalb von Ribe hingerichtet. Es waren so viele Menschen zur Verbrennung gekommen, dass der Priester große Mühe hatte, sie an der Hinrichtuingsstätte zu erreichen. Sie bekam eine halbe Flasche Alkohol, mit der sie sich betrinken konnte und eine Tüte mit Schießpulver auf dem Rücken, um den Tod schneller zu machen. Dann wurde sie auf eine Leiter gebunden, und die Leiter wurde mitsamt ihr ins Feuer geworfen.

Elf Jahre nach dieser Hinrichtung wurde noch Anna Bruds in Ribe als Hexe verbrannt, aber danach war die Hexenjagd in Dänemark weniger intensiv, obwohl die letzte verurteilte Hexe in Dänemark, Anne Palles, erst 1693 hingerichtet wurde.

von

Günter Schwarz – 09.11..2017