„Moby Dick“ nach dem Roman von Herman Melville, das mit Sicherheit vielen als Buch oder zumindest als Film ein Begriff sein dürfte, feiert am Samstag, den 16.12.2017, um 19:30 Uhr im Stadttheater Rendsburg als Schauspiel seine Premiere.

Die Abenteuergeschichte des weißen Wals und seines fanatischen Jägers Kapitän Ahab gehört eindeutig zur Weltliteratur, auch wenn Hermann Melville zu seinen Lebzeiten ein vergessener Autor war. Seit etwa hundert Jahren jedoch scheint es, als hätte es den modernen Mythos vom einbeinigen Ahab und dem geisterhaften Ungeheuer schon immer gegeben. Nicht zuletzt trägt eine der zahlreichen Verfilmungen dieses Romans zu seinem hohen Bekanntheitsgrad bei, von denen nahezu jeder bereits die eine oder andere entweder im Kino oder auch im Fernsehen gesehen hat.

Erstmals wurde der Stoff 1926 unter dem Titel „The Sea Beast“ unter dem Regisseur Millard Webb und in der Hauptrolle John Barrymore verfilmt. Es folgten „Remakes“ von „Moby Dick“ in den Jahren 1930, 1956, 1998, 2004, 2010 und bis dato letzmalig 2015 als freie Bearbeitung der Geschichte in dem Actionfilm des Regisseurs Ron Howard unter dem Titel „In the Heart of the Sea“ (Im Herzen der See).

Der Matrose Ismael heuert auf dem Walfangschiff „Pequod” an und trifft dort auf seinen Kapitän Ahab. Seitdem dieser im Kampf mit dem weißen Wal Moby Dick ein Bein verloren hat, sinnt er voller blindem Hass getrieben auf Rache. Monatelang durchkreuzen sie die Meere und sind ständig auf der Suche nach dem weißen Wal, bevor sie schließlich auf Moby Dick treffen. Trotz dreitägiger Jagd nach dem Tier und wachsender Aussichtslosigkeit hält Kapitän Ahab bis zum Kampf um Leben und Tod an seinem Vorhaben fest.

Das archetypische Motiv der Suche und die zwei Figuren von Ahab und Ismael, die unterschiedliche Arten des Suchens verkörpern, denn entlang des erzählerischen Fadens, der knapp die Hälfte des Romans ausmacht, reiht Melville zahlreiche philosophische, wissenschaftliche, kunstgeschichtliche und mythologische Exkurse, zu denen noch viele subjektive, mal lyrische, mal auch ironische Betrachtungen des Autors kommen, die zu einer Erkundungsfahrt voll mythologischer Vergleiche, religiöser Erkenntnisse und philosophischer Betrachtungen führen.

Die wahre Geschichte von „Moby Dick“

Die „Essex“ war ein im Jahr 1799 gebauter amerikanischer Walfänger aus Nantucket, Massachusetts. Während einer Fahrt unter dem Kommando von Kapitän George Pollard, Jr. im Jahr 1820 wurde das Schiff von einem Pottwal angegriffen, der es zum Sinken brachte.

Die Schiffbrüchigen der zwanzigköpfigen Besatzung trieb im südlichen Pazifik mit nur wenig Nahrung und Wasser umher. Während der 95 Tage, in denen die Überlebenden auf See waren, aßen sie die Leichen von fünf verstorbenen Crewmitgliedern. Als das nicht mehr ausreichte, zogen Mitglieder der Mannschaft Lose, um zu bestimmen, wen sie opfern würden, damit die anderen überleben konnten. Insgesamt wurden sieben Besatzungsmitglieder kannibalisiert, bevor acht Überlebende gerettet wurden.

Der Erste Maat Owen Chase und der Kabinenjunge Thomas Nickerson hielten die Erlebnisse über diese Tortur schriftlich fest, was Herman Melville inspirierte, seinen berühmten Roman Moby-Dick zu schreiben, der 1851 als die wahre Geschichte der überlebenden Seeleute eines Walfangschiffs, das von einem Pottwal zerstört wurde, erschien.

Besetzung

Leitung:

–  Inszenierung: André Rößler
–  Ausstattung: Simone Steinhorst
–  Video: Elmar Szücs

Mit:

–  Ahab: Reiner Schleberger
–  Melville / Ishmael: Lorenz Baumgarten
–  Queequeg: Nenad Subat
–  Starbuck: Timon Schleheck
–  Nickerson / Wirt / Perth: René Rollin
–  Frau Nickerson / Petra: Katrin Schlomm
–  Flask: Christian Simon
–  Stubb: Simon Keel
–  Randstad: Manja Haueis
–  Elijah: Lisa Karlström
–  Pip: Neele Frederike Maak
–  Die weißen Kreaturen: Manja Haueis / Lisa Karlström / Katrin Schlomm

Vorstellungsdauer: 2½ Stunden, eine Pause

Eintritt: ab 11,00 Euro

von

Günter Schwarz – 14.12.2017