Österreichische und Preußische Truppen überqueren am 01. Februar 1864 bei Rendsburg die Eider, und damit beginnt der 2. Slesvigske Krig (Deutsch-Dänischer Krieg). Die Dänen beklagen bei den ersten Kampfhandlungen 4 Verwundete, 7 Gefangene, und 3 Soldaten werden nach dem ersten Zusammenstoß vermisst. Die alliierten Österreicher und Preußen erleiden keine Verluste. Die dänischen Truppen ziehen sich in ihre Stellungen am Dannevirke (Danewerk) zurück.

Das Dannevirke (deutsch: Danewerk altdänisch: danæwirchi) ist eine räumlich und zeitlich komplexe, lineare Befestigung des frühen und hohen Mittelalters in Schleswig-Holstein. Es besteht aus Erdwällen mit Wehrgräben, einer Ziegelsteinmauer, zwei mittelalterlichen Wallburgen sowie einem Seesperrwerk.

Die bedeutendsten Befestigungen sind in der Schleswiger Landenge zwischen der Ostseeförde Schlei und den Niederungen von Treene und Rheider Au angelegt. Das Schlei-Seesperrwerk in der Großen Breite der Schlei ließ die Durchfahrt von Schiffen kontrollieren. Der Osterwall bezieht die Ostseebucht Windebyer Noor in das Verteidigungssystem ein.

Die ältesten Teile des Dannevirkes sind zwei bislang undatierte Erdwälle. Es folgte um 700 ein erster großer Ausbau, ein weiterer noch stärkerer Ausbau im Jahre 737. In der Wikingerzeit entstanden der 7,5 Kilometer lange Kograben sowie der Verbindungswall, beide mit Bezug auf die Handelssiedlung Hedeby („Haithabu“). Zu den mittelalterlichen Werken zählen die Waldemarsmauer, eine waldemarzeitliche Burg sowie die Thyraburg.


Die Landenge im südlichen Jylland (Jütland) zwischen Schlei und der Niederung der Rheider Au
Im 17. und 19. Jahrhundert wurde die Befestigung wieder benutzt. Im 1. Slesvigske Krig (Ersten Schleswigschen Krieg) von 1848 bis 1850 und 1864 im Deutsch-Dänischen Krieg wurde das Danewerk mit Schanzen ausgebaut und von der dänischen Streitmacht besetzt gehalten. Die Relikte des Danewerk gelten als das größte archäologische Denkmal Nordeuropas. Eine besondere Bedeutung als nationales Symbol besitzt es für Dänemark.

Die Wallanlagen sind heute noch bis zu etwa 80 % auf der gesamten Strecke erhalten. Sie sind zum Teil allerdings stark abgeschliffen. Sie waren im 19. Jahrhundert stark umgestaltet worden.


Der Krummwall westlich von Schanze XXI
Das Dannevirke wurde erstmals in den Fränkischen Reichsannalen erwähnt. Im Jahre 808 hatte der dänische König („Rex Danorum“) Godofred einen Überfall auf das slawische Volk der Abodriten im Raum Ostholstein und in das westliches Mecklenburg unternommen. Der fränkische Kaiser Karl der Große schickte daraufhin seinen Sohn Karl an der Spitze eines Heeres den Abodriten zu Hilfe. Godofred zog sich daraufhin schließlich nach Sliesthorp/Hedeby zurück und beschloss, „die Grenze seines Reiches (limitem regni sui), welche an Sachsen angrenzt, mit einem Wall zu befestigen (vallo munire)“.

Zu dieser Zeit bestand das Dannevirke schon mehr als 100 Jahre. Die Archäologie unterteilt die Baugeschichte in einen vorwikingerzeitlichen, einen wikingerzeitlichen und einen mittelalterlichen Abschnitt. Der Schwerpunkt der Ausbautätigkeit liegt in der Vorwikingerzeit. Das Dannevirke ist also kein reines wikingerzeitliches Denkmal.

von

Günter Schwarz – 01.02.2018