Das Abendland in heller Aufregung um den Osterhasen! Nachdem im Internet Kassenzettel aufgetaucht sind, auf den eine Warenhauskette den „Schokoladenosterhasen“ als „Traditionshasen“ auswies, geriet das soziale Medium außer Rand und Band. Schnell wurde der Vorwurf laut, das Abendland würde nun wieder vor der Islamisierung einknicken. Nachdem führende AfD-Politiker den Vorwurf ihrerseits formulierten, wurde der Ton schärfer. In der Tat soll es sich bei dem Traditionshasen um einen Markennamen der Firma Lindt handeln, die bereits 1992 im Warenwirtschaftssystem der REWE-Kette in Traditionshase umbenannt worden sein soll. Interessant in diesem Zusammenhang wäre, dass sämtliche Google Treffer zu diesem Begriff nicht älter als 48 Stunden zu sein scheinen.

Wundern würde es nicht, wenn man den Osterhasen, ebenso wie den Negerkönig von Taca-Tuca-Land aus unerfindlichen Gründen in die Ecke der „unkorrekten Sprache“ schöbe. Beispiele hierfür gäbe es mittlerweile genug. Dass solche künstlichen Sprachmanipulationen dabei nicht immer freundlich und widerspruchslos aufgenommen werden, zeigt das Beispiel vom Osterhasen.

Leider hat sich, außer der AfD keine Partei zu diesem Fauxpas positioniert oder auch nur deeskallierend einen Kommentar abgegeben.

Sicher hat hier die Twittergemeinde etwas überreagiert. Bei der Summe der Dinge, die uns „die Politik“ aber in jüngster Zeit „zur protestlosen Kenntnisnahme“ zureicht, ist dies allerdings auch nachzusehen. Mein Jung hat jedenfalls keine Traditionshasen in seinem Osterkörbchen, sondern einige echte Osterhasen. Und die darf er auch unter genau diesem Namen naschen – ganz ebenso, wie ich in meinen jungen Tagen. „Tradition“ ist also hin und wieder doch mal ganz nett.

Es bleibt zu hoffen, dass nicht nur AfD-Wähler dieser Ansicht sind.