(København) – An den Küsten des Landes sollen mehrere Steinriffe angelegt werden, um die Biodiversität zu erhöhen. Dadurch sollen Anglern bessere Fänge und Touristen bessere Naturerlebnisse geboten werden, meinen die Socialdemokraterne. Auch die Partei Venstre (Rechtsliberale Partei) hatte bereits diese Idee und will mitziehen, um die Socialdemokraterne zu unterstützen.

Mehr Steine im Meer können die Natur unter der Meeresoberfläche verbessern, den Freizeitanglern bessere Fänge bescheren und den Tourismus ankurbeln. Das meinen die Sozialdemokraten, die entsprechende Vorschläge in ihrem Umwelt- und Klimaentwurf vorbringen, berichtet die Zeitung „JydskeVestkysten“.

Steinriffe u. a. für Molen und Küstensicherung abgetragen und in Küstennähe wieder mehr Steinriffe angelegen, nachdem diese über Jahre von Steinfischern zur Verwendung als Baumaterial entfernt worden waren, meint der umweltpolitische Sprecher der sozialdemokratischen Fraktion im Folketing, Christian Rabjerg Madsen.

„Seit dem 20. Jahrhundert sind viele Steinriffe verschwunden, die Fische zur Nahrungssuche und als Verstecke genutzt hatten. Wenn wir einige dieser Steinriffe wieder anlegen können, würde das bedeuten, dass der Fischbestand zunimmt, und vor allem würden wir die Biodiversität verbessern“, sagt er zu „JydskeVestkysten“ – und erhofft sich auch positive Auswirkungen auf den Angel-Tourismus, der ein großes Geschäft sei.

Was das Unterfangen genau kosten würde, hat er noch nicht berechnet, sagt er, die Kosten seien aber im Umweltentwurf seiner Fraktion über die Abschaffung der sogenannten PSO-Abgabe für Strom von 2016 gedeckt.

Besonders Sydjylland (Südjütland) und Sønderjylland (Nordschleswig) könnten profitieren, meint Rabjerg Madsenr: „Wir haben so viele gute Fischgewässer in unserem Gebiet, und deshalb ist das für uns besonders interessant. Große Städte haben Großstadttourismus, während wir jede Menge Naturreichtum haben.“ Wo genau die Riffe entstehen sollen, darüber sei jedoch noch nicht entschieden.

Erling Bonnesen, umweltpolitischer Sprecher der Venstre-Fraktion, begrüßt den Vorschlag und will sich mit den Socialdemokraterne zusammensetzen. „Das ist eine Kopie dessen, was wir aufgenommen haben und schon in mehreren Projekten losgetreten haben. Aber wir müssen noch mehr wissen, bevor es losgehen kann. Wir können nicht einfach irgendwo planlos Steine reinwerfen“, sagt er.

Sein sozialdemokratischer Kollege weist unterdessen zurück, dass es sich um eine Kopie von Venstre-Ideen handele. „Davon weiß ich nichts. Venstre ist immer sehr schnell dabei, zu vermelden, dass sie viel tun. Aber die Wirklichkeit sieht anders aus“, sagt er. Er will den Vorschlag bald dem neuen Umwelt- und Nahrungsmittelminister Jakob Ellemann Jensen (Venstre) präsentieren.

Der dänische Verband der Sportfischer hat unterdessen vermeldet, den Vorschlag vollumfänglich zu begrüßen. In Sønderborg hat der Verein „Als Stenrev“ (Alsen Steinriff) schon erste Erfolge mit seinem Vorhaben gefeiert, Steinriffe anzulegen und für mehr Leben unter Wasser zu sorgen, bestätigt Projektleiter Bo Mammen Kruse „JydskeVestkysten“.

von

Günter Schwarz – 19.05.2018