(Kiel) – Der 1987 in der Ukraine geborene Fotograf und Medienkünstler Valentyn Odnoviun präsentiert sein Projekt „The Process“ erstmals in Deutschland in einer Ausstellung vom Freitag, den 25. Mai 2018, um 19:00 Uhr bis zum Sonntag, den 24. Juni 2018, um 17:00 Uhr in den bei den derzeitigen Witterungsbedingungen angenehm kühlen Räumen hinter den 2,5 m dicken Bunkerwänden und der 3,7 m dicken -decke des Kieler Flandernbunkers am Hindenburgufer nahe des Tirpitzhafens.

In seiner Ausstellung zeigt er Fotografien von Gefängnisinnenhöfen und durch die Spione in den Zellentüren der ehemaligen KGB- und NKWD-Gefängnisse der baltischen Staaten, der Ukraine und des berüchtigten Stasi-Gefängnisses Hohenschönhausen in Ost-Berlin.

Die Aufgabe der Staatssicherheitsdienste – mögen es die Gestapo, die Stasi, der KGB oder NKWD u. a. gewesen sein – lag in der Beobachtung und der größtmöglichen Kontrolle der Bevölkerung durch ein flächendeckend gespanntes Netzwerk Informanten aus und in allen Schichten der Gesellschaft. Die Gefängniszellen wurden oft zu langjährige Unterbringungs- und damit Lebensräume für politische Gefangene und störende „unerwünschte“ Personen. Dieselben Gefängnisse der sowjetischen Staatssicherheitsdienste in den baltischen Staaten und in der Ukraine wurden während der NS-Zeit für dieselben Zwecke schon von Hitlers Gestapo genutzt. Die meisten dieser Haftanstalten existierten bis zum Ende der Sowjet Union am 26. Dezember 1991.

Der „Spion“ steht als Metapher für das Beobachten der Freiheit der Menschen auf beiden Seiten der Spionlinse, die ihre Rollen dem Bedarf des Systems entsprechend ändern.

von

Günter Schwarz – 23.05.201