(Aarhus) – Eine aus der Mongolei stammende Mumie mit Zöpfen, Bogen und Pfeil aus dem 13. Jahrhundert wird zum ersten Mal im Moesgaard Museum in Aarhus ausgestellt. Der 800 Jahre alte mutmaßliche Krieger aus Djingis Khans Zeiten ist die Sensation der Ausstellungseröffnung am Dienstag im Moesgaard Museum in Aarhus.

Die mumifizierte Person aus dem 13. Jahrhundert wurde im Jahr 2016 gefunden und bisher noch nicht ausgestellt. „Er wurde hoch oben in den Bergen der westlichen Mongolei gefunden“, erklärt die Ausstellungsleiterin Pauline Asingh vom Moesgaard Museum.

Das Museum südlich von Aarhus hat die Mumie von der Universität Ulan Bator, der Hauptstadt der Mongolei, ausgeliehen.

Angeblich gab es keine größeren Schwierigkeiten, um die Mumie für die Ausstellung aufzubereiten. Aber die Arbeiten haben die Konservatoren aus Aarhus herausgefordert und gereizt. „Die Mumie befindet sich in einem gut ausgehöhlten Baustamm, einer Art Sarg, der bisher noch nicht von Schmutz- und Insektenresten gereinigt wurde. Das haben wir jetzt getan“, sagt Pauline Asingh.

Die eingehende Untersuchung der Mumie zeigt, dass die Person wahrscheinlich aus dem 13. Jahrhundert stammt. „Basierend auf seiner Kleidung und Frisur und den Dingen, die sich in dem Sarg befinden, nehmen wir an, dass er einer von Djengis Khans Kriegern sein könnte“, sagt Pauline Asingh.

Djingis Khan war der große Heerführer, der das Mongolische Reich schuf – das größte Königreich der Welt, das sich von China bis zum heutigen Osteuropa erstreckte. Khan selbst wird oft mit einer speziellen Frisur dargestellt, die häufig auf seinen Darstellungen zu finden ist.


Die Mumie und der Sarg
„Er hat kleine kleine Zöpfe am Hinterkopf, die so hochgezogen sind, dass sie wie zwei Schleifen hinter dem Ohr aussehen, und dann ist er oberhalb davon ziemlich kurz geschoren. Es ist komplett Djingis Khan Haarschnitt“, sagt Pauline Asingh.

Der Reiter wurde in den Sarg gelegt und auf einem Plateau in den Bergen mit Blick auf die Mongolische Steppe platziert. Mit ihm liegen die wichtigsten Werkzeuge aus der Zeit der Reiterkrieger im Sarg: Sattel, Bogen, Pfeile, ein Hut, eine Trinkschale und eine Shamanen-Puppe.

Es ist beabsichtigt, dass die Mumie während ihres Aufenthalts in Aarhus mittels eines CT-Scanners untersucht wird. Das gibt den Experten Auskunft darüber, wie die Person gelebt hat und wie ihr Gesundheitszustand war. Und dann kann es auch eine andere interessante Information beantworten: das Geschlecht. „Wir nehmen zwar an, dass es ein Mann ist. Aber wenn es sich herausstellen sollte, dass es eine weibliche Reiterin ist, ja, dann ist es nur noch eine erstaunlichere Geschichte“, sagt Pauline Asingh.

Die Ausstellung „Auf Djingis Khans Spuren – mongolische Nomaden“ ist bis April 2019 im Moesgaard Museum in Aarhus zu sehen.

von

Günter Schwarz – 18.06.2018