(Store Jyndevad) – Die Wassermühle in Jyndevad (Jündewatt) ist eine Sehenswürdigkeit für Einheimische und Touristen, aber auch ein Hindernis für Fische auf Wanderschaft. Der Eigentümer der Mühle ist bereit, mit der Kommune über Lösungen zu sprechen – zum Wohle von Mensch und Flossenträger. Die Politiker in der Kommune Abenraa müssen wegen Natura-2000-Verpflichtungen ohnehin Maßnahmen zum Schutz seltener Tierarten durchführen.

Die Umweltverwaltung der Kommune Abenraa hat bereits im August 2017 eine Fortschreitung des Aktionsplans für das Naturschutzgebiet Sønderå-Tal (Süderautal) mit Maßnahmen zum Schutz seltener Tierarten vorgelegt. Das Feuchtgebiet, das von östlich Store Jyndevad bis in die Einmündung der Sønderå in den Windtwedter Kanal auf Territorium der Kommune Tondern reicht, ist von Dänemark bei der EU als Natura-2000-Gebiet gemeldet worden. Bereits seit fast 15 Jahren besteht die Verpflichtung, das vor allem im Winterhalbjahr oft überschwemmte Niederungsgebiet für die geschützten Vogelarten Große Rohrdommel, Trauerseeschwalbe, Wachtelkönig, Sumpfohreule, Wiesenweihe und Rohrweihe so zu pflegen oder wiederherzustellen, dass deren Vorkommen bewahrt bleibt oder eine Wiederansiedlung möglich wird.

Jyndevads Wassermühle in Store Jyndevad zählt mit ihrem mächtigen Gebäude, dem im Bereich der Sønderåbrücke errichteten Wehr und dem angrenzenden Mühlensee zu den Sehenswürdigkeiten der Landschaft nördlich der deutsch-dänischen Grenze. Die Sønderå ist seit Jahrzehnten bekannt für ihre gute Wasserqualität, deshalb bemühten sich bereits das Amt Nordschleswig und die inzwischen zuständige Kommune Abenraa darum, im Bereich des Sønderåwehrs eine Passage für wandernde Fische zu ermöglichen. Besonders möchte man ein Aufsteigen des nur im Flusssystem der Vidå (Wiedau) noch laichenden Fisches Schnäpel in die Sønderå oberhalb Store Jyndevads zu ermöglichen. Dort gibt es gute Wasserqualität und Kiesbänke, die den Schnäpeln zum Laichen zusagen – und ein Verschwinden der vom Aussterben bedrohten Art aus der Natur verhindern könnten.

Der Eigentümer der Wassermühle und Verantwortliche für das Sønderåwehr, Paul Werner Dall, ist bereit, gemeinsam mit der Kommune eine Lösung für das Sønderåwehr zu finden, damit Schnäpel und andere wandernde Fische die Stelle passieren können. „Früher wurde das Wasser der Au zeitweise auch abgesenkt, um den Bauern die Heuernte in der Niederung zu ermöglichen“, berichtet Dall, der kürzlich mit ansehen musste, dass der Wasserstand im Mühlensee schlagartig absackte. Die Kommune alarmierte das Unternehmen „Hede Danmark“, das kurzfristig eine Platte ins Wehr einsetzte, was den Wasserstand wieder auf die vorgeschriebene Höhe ansteigen ließ.

„Der Wasserstand muss stabil gehalten werden“, berichtet Teamleiterin Tine Frikke von der Umweltverwaltung der Kommune Apenrade und erklärt, das dies in den Auflagen in Verbindung mit dem Status Natura-2000-Gebiet für die Sønderåniederung festgeschrieben worden ist.

von

Günter Schwarz – 21.06.2018