(Sønderborg) – Ein orientierungsloser und unter einer Amnesie leidender Mann, der Deutsch mit Akzent sprach, war am Freitag Polizisten in Sønderborg aufgefallen und in Gewahrsam genommen worden. Er wusste nicht, wie er heißt und woher er kommt. Da der Mann Deutsch sprach, nahm man Kontakt mit der deutschen Polizei auf, die dann eine Suchmeldung auch über Deutsche Medien verbreiteten ließ – und ein Bekannter aus Österreich erkannte den Mann.

Bekannt über den geschätzt 50-jährigen Mann war zunächst nur, dass er am 2. Juni für einen Tag in Abenraas Krankenhaus aufgenommen wurde. Weshalb, teilte die Polizei nicht mit. Der Mann glaubte von sich selbst, Karol zu heißen und dass er möglicherweise am 6. Juli 1975 geboren wurde und aus Polen oder einem anderen osteuropäischen Land stammt. Er hatte nur die Kleidung an seinem Leib dabei sowie eine kleine Tasche und eine Europakarte. Er selbst glaubte noch, einen Pass und ein Mobiltelefon bei sich gehabt zu haben.

Am Freitagabend wurde dann „mit Sicherheit“, so die Polizei, festgestellt, um wen es sich bei dem Mann handelt, dessen Identität die Polizei von Sydjylland (Südjütland) und Sønderjylland (Nordschleswig) am Freitag mithilfe eines in den dänischen und deutschen Medien verbreiteten Fotos und einer Beschreibung zu klären versuchte.

Des Rätsels Lösung ist, dass es sich um einen 40-jährigen Geschäftsmann aus Tschechien handelt. Vor etwa vier Wochen, so teilte die Polizei am Freitagabend mit, war er in seiner Heimat in einen Verkehrsunfall verwickelt und wurde aufgrunddessen im Krankenhaus behandelt. Unter anderem deshalb, weil er sein Gedächtnis verloren hatte.

Vor drei Wochen verschwand der Mann dann plötzlich aus dem Krankenhaus – und war spurlos verschwunden. bis er am Freitag in Sønderborg auftauchte.
Ein Geschäftspartner des Mannes aus Österreich las in deutschen Medien von dem Fall – und sah das Bild des Mannes ohne Gedächtnis. Er meldete sich umgehend bei der Polizei von Sydjylland und Sønderjylland.

Der 40-jährige Tscheche wird jetzt von seinem Freund und von Familienangehörigen aus Dänemark abgeholt.

Weitere Angaben wollen die Beamten aus Rücksicht auf die Privatsphäre des Mannes nicht machen.

von

Günter Schwarz – 23.06.2018