(Schleswig) – Es hat geklappt: Die Wikingersiedlung Haithabu und der Verteidigungswall Danewerk bekommen den Weltkulturerbetitel. Vertreter der UNESCO haben das heute am 30.06.2018 bei ihrem Treffen im Königreich Bahrain entschieden.

„Weltklasse“

„Ich kann meine Freude kaum in Worte fassen. Weltklasse“, sagte Schleswig-Holsteins Kulturministerin Karin Prien (CDU) zu der Entscheidung. Die Auszeichnung sei eine große Ehre. „Wir sind stolz und dankbar, dieses kulturelle Erbe für zukünftige Generationen zu bewahren, zu schützen und der Öffentlichkeit zu präsentieren“, so Prien. Weltkulturerbestätten müssen einem breitem Publikum zugänglich gemacht – aber gleichzeitig auch geschützt und erhalten werden. Ulf Ickerodt, Leiter des Archäologischen Landesamtes Schleswig-Holstein, bedankte sich nach Bekanntwerden der Entscheidung bei allen Beteiligten „für die jahrelange Unterstützung.“

Drittes Weltkulturerbe im Land

Mit der hansestädtischen Altstadt von Lübeck und mit dem Weltnaturerbe Wattenmeer hat das Land Schleswig-Holstein mit dem Danewerk und Haithabu nun drei von der UNESCO ausgezeichnete Stätten.

Erster Antrag scheiterte

Seit 14 Jahren versucht das Archäologische Landesamt, den Titel für Haithabu und das Danewerk zu bekommen. Anfangs wollten Island, Dänemark, Lettland, Norwegen und Deutschland ihre wikingerzeitlichen Stätten gemeinsam anerkennen lassen. Dieser Antrag scheiterte 2015. Im neuen Antrag ging es nur noch um die beiden archäologischen Fundorte im Schleswiger Umland.

Einst bedeutendes Handelszentrum

Die Wikingersiedlung Haithabu hatte ihre Blüte zwischen dem 9. und 11. Jahrhundert. Die frühmittelalterliche Stadt galt als eines der bedeutendsten Handelszentren Europas. Auf den Feldern innerhalb des Halbkreiswalls am Haddebyer Noor finden Archäologen immer wieder Schmuck, Werkzeug, Nägel, Knochen und Siedlungsreste.

Kilometerlange Verteidigungswälle

Die ersten Verteidigungswälle des Danewerks wurden irgendwann im 5. Jahrhundert errichtet. Insgesamt erstreckten sie sich über 33 Kilometer von der Treene bis an die Schlei. Besonders gut erhalten ist die nach dem dänischen König benannte Waldemarsmauer aus dem 12. Jahrhundert. Dieser vier Kilometer lange Abschnitt besteht im Kern aus Ziegeln. Er wurde am Museum in der Ortschaft Dannewerk stellenweise wieder freigelegt. Dänische Truppen nutzten den Wall auch noch im Krieg gegen preußische und österreichische Truppen im Jahr 1864 als Verteidigungsanlage.

von

NDR Schleswig-Holstein Magazin – 30.06.2018