(Harstad) – Auf der deutschen Fregatte Sachsen hat es am 21. Juni vor der Küste Norwegens einen schweren Zwischenfall gegeben. Wie das Onlineportal der Marine am Freitag berichtete, brannte am Donnerstag der Antrieb einer Flugabwehrrakete vom Typ SM 2 kurz nach dem Abfeuern von der Fregatte Sachsen ab, ohne dass die Rakete abhob.

Während des Starts der Rakete schlagen plötzlich meterhohe Flammen aus dem vorderen Teil des Schiffes, Wrackteile werden in die Luft und ins Meer geschleudert. Eine schwarze Rauchsäule steigt von der Fregatte auf. „Wir standen vor einer gleißenden und glühend heißen Feuerwand“, sagte der Kommandant, Fregattenkapitän Mirko Wilcken.

Die richtige und schnelle Reaktion der Besatzung brachte die Lage schnell unter Kontrolle. Den Angaben zufolge wurde niemand verletzt, die Besatzung sei wohlauf. Sie habe schnell und korrekt gehandelt. Kurz zuvor hatte es noch geheißen, es habe zunächst zwei „stressverletzte“ Soldaten gegeben – das ist Marinejargon für einen leichten Schock. Beide Soldaten konnten jedoch kurz darauf wieder den Dienst aufnehmen.

Vor dem Abfeuern der Rakete habe es keinerlei Hinweise auf technische Mängel am Startersystem gegeben. Einen weiteren Flugkörper gleichen Typs habe die „Sachsen“ zuvor erfolgreich gestartet. Auf „marine.de“ sind deutliche Brandspuren auf dem Oberdeck und den Brückenaufbauten zu sehen. „Wir müssen realitätsnah üben, damit wir im Ernstfall einsatzbereit sind“, sagte Marineinspekteur Andreas Krause. Damit seien kalkulierbare Risiken verbunden, wie der Vorfall zeige.

Die in Wilhelmshaven stationierte Luftverteidigungs-Fregatte „Sachsen“, die bei Blohm + Voss in Hamburg gebaut und am 04. November 2004 in Diesnt gestellt wurde, befinde sich zurzeit mit der U-Boot-Jagdfregatte „Lübeck“ nördlich des Polarkreises in einem Test- und Übungsgebiet vor Norwegen. Nach dem Vorfall seien beide Schiffe am Freitagmorgen in den norwegischen Hafen Harstad eingelaufen. Die Besatzung werde dort den Schaden begutachten, um Ursachen zu finden und den Umfang der Reparaturen abzuschätzen.

Nun erschien in den sozialen Medien ein Video, das den Vorfall von einem anderen Schiff aus zeigt.

Zu der Frage an das Verteidigungsministerium, ob das Video authentisch ist, antwortete ein Sprecher: „Das im Internet vorhandene Video zeigt den Vorfall, ist jedoch kein offizielles Video der Marine oder der Bundeswehr.”

von

Günter Schwarz – 30.06.2018