Dänische Truppen gewinnen am 06. Juli 1849 während der Schleswig-Holsteinischen Erhebung, die in Dänemark Treårskrigen oder der Første Slesvigske Krig genannt wird, die Schlacht von Fredericia, obgleich sie größere Verluste als die schleswig-holsteinischen Truppen zu verzeichnen haben. General Olaf Rye fällt als Kommandeur der 5. Brigade in dieser Schlacht.

Als Festungsstadt ist Fredericia mehrere Male angegriffen worden. Das wichtigste Stück Kriegsgeschichte der Stadt fand beim Ausfall von Fredericia am 6. Juli 1849 statt. Im Schleswig-Holsteinischen Befreiungskrieg von 1848 bis 1851 befand sich Dänemark im Krieg mit Schleswig-Holstein, deren Truppen die Wälle von Fredericia belagerten. Eigentlich sah es für die Dänen schlecht aus, aber einige Generäle hatten am 04. Juli 1848 in Vejlby bei Strib auf Fyn (Fünen) einen wagemutigen Plan entwickelt, der das Kriegsglück wenden sollte.

Etwa 22.000 Soldaten des schleswig-holsteinischen Heeres waren Generalmajor Rye und seinen Leuten nordwärts gefolgt. Bei Als (Alsen) befand sich eine entsprechende Truppe Schleswig-Holsteiner gegenüber Generalmajor de Mezas Heer.

Fredericia war von den Schleswig-Holsteinischen Aufständischen im Frühsommer 1849 General Bonin eingeschlossen worden. Die Schleswig-Holsteiner bezogen mit ca, 14.000 Mann Stellungen um die Stadt herum und bombardierten diese mit Artillerie.

In Fredericia hatte Oberst Niels Christian Lunding das Kommando, und er plante mit dem neuen Supergeneral der Armee, Frederik Rubeck Henrik von Bülow, die Belagerung zu durchbrechen. Es musste Verstärkungen geben, damit der Plan Erfolg hatte. Die Überlegenheit der Dänen auf See ermöglichte die Verlegung von Truppen auf dem Seeweg.

So bemerkten die Schleswig-Holsteiner nicht, dass Generalmajor Rye und 4.000 Soldaten bei Helgenæs auf Schiffe gingen, an der Küste entlang segelten und auf Fyn an Land gingen. Generalmajor de Meza zog ebenfalls 5.000 Mann ab und segelte mit ihnen nach Fyn. Von dort aus sollten die Truppen von Strib aus den kurzen Weg über den Kleinen Belt mit kleinen Booten nach Fredericia gebracht werden, wo sie innerhalb der Wallanlagen gefahrlos an Land gehen konnten.

Die Verstärkung der Festung durch zusätzliche Truppen blieb bei den Schleswig-Holsteinern aber nicht ganz unbemerkt. Sie wussten jedoch nicht, dass sich nun rund 19.000 Soldaten in der Festung befanden. Die dänischen Generäle hatten auch einen weiteren Trumpf im Ärmel: Sie wollten nachts angreifen, was zu jener Zeit unerhört und noch völlig unüblich war.

Im Schutz der Dunkelheit stürmten die dänischen Truppen am 06. Juli 1849 aus den Toren im Wall und griffen an. Obwohl die Dänen in der Überzahl waren, hatten die schleswig-holsteinischen Gegner den großen Vorteil, dass sie von befestigten Stellungen aus kämpften.

Es wurde ein harter und unerbittlicher Kampf, und schließlich gelang der Überraschungsangriff trotz hoher Verluste auf beiden Seiten, die um die 4.000 Soldaten liegen dürfte, wurde dieser Ausfallangriff ein historischer Sieg für das dänische Heer, denn die dänischen Truppen konnten das schleswig-holsteinische Heer zurückschlagen. Bonins Truppen flohen nach Vejle, um sich dort den preußischen Streitkräften zu vereinigen.

Der Ausfall von Fredericia wurde einer der wichtigsten dänischen Siege und leitete die Wende im Treårskrigen ein. Wenige Tage später vereinbarte man einen Waffenstillstand auf englischen und preußischen Druck hin. Es war die letzte Schlacht im Treårskrigen, an dem deutsche Soldaten auf schleswig-holsteinischer Seite teilnahmen.

Heute sind Plätze, Straßen und Denkmale in Fredericia nach den vier wichtigsten Heerführern der Schlacht benannt: General Bülow, General Rye, General de Meza und Oberst Lunding.

von

Günter Schwarz – 06.07.2018