Wenn man in der Schule im Kunstunterricht gute Leistungen erzielt, wird das oftmals wenige Leute beeindrucken. Selbst die Eltern werden vermutlich dazu neigen, anderen Fächern weit mehr Bedeutung beizumessen. Diese Prioritätisierung setzt sich durch das ganze Leben fort.

Wer Kunst macht, tut alles dafür, auf einem Hartz IV-Niveau vor sich hinzuvegetieren. „Erfolg“ definiert sich in unserer Gesellschaft anders. Insofern sind kulturschaffende Berufe auch nur wenig interessant für junge Menschen. Dies obwohl man sich in unseren aktuellen „Wertedebatten“ nur allzu gern auf Kunst und Kultur beruft.

Die Gesellschaft braucht Kunst und Kultur. Kunst markiert nicht selten die Eckpfeiler einer Wertegemeinschaft… Und wer einen Kulturberuf hat, wird bestätigen können, dass „das Produkt“ auch gern eingefordert und konsumiert wird. Warum die Gesellschaft im Gegenzug nicht in der Lage zu sein scheint, diese Produkt- oder Dienstleistung auch angemessen zu honorieren, werden viele Kulturschaffende nie verstehen.

Es wäre müßig, die Gesellschaft zum Umdenken aufzufordern. Dazu ist man vielzusehr mit sich selbst beschäftigt … und: so lange es Künstler gibt, die ihre Erzeugnisse noch kostenlos anbieten, bedarf es seitens der Gesellschaft keiner Änderung.

Ein Gedankenexperiment: Was wäre die Welt ohne „Kunst“? Keine Filme, keine Musik, keine Bilder, keine Bücher, keine Konzerte, keine Theater … mag sich jemand so eine Welt vorstellen?

Michael Schwarz, 7.Juli 2018