(Berlin) – Wegen des „chronischen“ Personalmangels in der Bundeswehr, das bereits seit der Aufhebung der Wehrpflicht besteht, erwägt die deutsche Bundeswehr nun einem Zeitungsbericht zufolge auch die Aufnahme von Menschen ausländischer Herkunft. „Die Bundeswehr muss wachsen. Hierfür brauchen wir qualifiziertes Personal. Wir prüfen daher alle möglichen Optionen sorgfältig durch“, sagte eine Sprecherin des deutschen Verteidigungsministeriums der „Augsburger Allgemeinen“ („AG“, Samstag-Ausgabe).

SPD-Verteidigungsexperte Karl-Heinz Brunner kann sich dem Blatt zufolge zumindest vorstellen, Menschen aus dem EU-Ausland in die Truppe aufzunehmen.
Zugleich warnte er: „Wenn Bürger weiterer Staaten aufgenommen werden, gar gegen das Versprechen, einen deutschen Pass zu bekommen, droht die Bundeswehr zu einer Art Söldnerarmee zu werden.“ Bei anderen Ausländerinnen und Ausländern müsse die Reihenfolge sein, dass sie zuerst die deutsche Staatsbürgerschaft annehmen – und dann in die Bundeswehr aufgenommen werden können.

Florian Hahn, verteidigungspolitischer Sprecher der CSU-Landesgruppe im deutschen Bundestag, sagte der „AG“: „Im Rahmen der europäischen Freizügigkeit könnten hier moderne Modelle entwickelt werden. Allerdings müsste bei jedem Soldaten das besondere Treueverhältnis gesichert sein.“

Die Überlegungen bergen jedoch politischen Zündstoff. Aus dem deutschen Soldatengesetz ergibt sich dem Bericht zufolge ein besonderes Treueverhältnis zwischen Staat und Soldat, als dessen Voraussetzung die deutsche Staatsbürgerschaft des Soldaten gilt.

Offenbar wird demnach sogar diskutiert, ausländischen Rekruten und Rekrutinnen im Gegenzug zum Eintritt in die Bundeswehr einen deutschen Pass anzubieten.

von

Günter Schwarz – 21.07.2018