Der Schriftsteller und Journalist Leif Davidsen erblickt am 25. Juli 1950 in der Kleinstadt Otterup auf Nordfyn (Nordfünen) das Licht der Welt.

Davidsen arbeitete von 1984 bis 1988 für die Zeitung „Lolland-Falsters Folketidende“ und war in den Jahren ebenfalls Danmarks Radio-Korrespondent in Moskau, Auch hat er den größten Teil der Welt als Auslandskorrespondent für den Radio- und Fernsehsender bereist.

Seit 1973 schreibt er Bücher und Gedichte, insbesondere über die Sowjet Union. Seine politischen Romane sind Fiktion, die sich aber nah an der Realität orientieren.

Leif Davidsen debütierte 1984 mit dem Roman „Uhellige alliancer“ (Unheilige Allianz), einem Thriller über Spanien nach Francos Tod und dem Übergang des Landes zur Demokratie. Ab 1988 schrieb und veröffentlichte er die Trilogie „Den russiske sangerinde“ (Der russischen Sänger /1988), 1993 verfilmt, „Den sidste spion“ (Der letzte Spion / 1991) und „Den troskyldige russer“ (Die unschuldigen Russen / 1993). Alle drei Werke sind politische Kriminalromane über die Sowjetunion mit dem Hintergrund der Beschreibung von Dänemark als unschuldig und lethargisch kleiner Staat in der letzten Periode des Kalten Krieges.

Danach entfalteten sich Leif Davidsens Bücher über Themen im turbulenten Europa, was auf die Folgen des Zusammenbruch der Sowjet Union und des Mauerfalls in Berlin von 1989 zurückzuführen ist. „ Den serbiske dansker“ (Der Serbische Däne / 1996) handelt vom jugoslawischen Bürgerkrieg. „Lime’s billede“ (Limes Bild / 1998), das in mehrere Sprachen übersetzt wurde, zeigt die Wirklichkeit und ein detailliertes Bild von Europa sowie die europäischen Politik durch den Blickwinkel eines Paparazzo-Fotografen gesehen.

Aber Davidsen hat sich auch in anderen Genres bewegt, wie beispielsweise im Dokumentarbericht „Østfronten“ (Ostfront). „Danskere i krig“ (Dänen im Krieg / 1999) und der Thriller „De gode søstre“ (Die gute Schwester / 2001) behandeln die Parallele zwischen dem Zusammenbruch der neuen liberalen Partei von Dänemark und der Alt-Linken in Osteuropa, während alte Nazis aus der trüben Vorzeit wieder auftauchen.

„Dostojevskis sidste rejse“ (Dostojewskis letzte Reise / 2002) ist ein Gedenkbuch an den großen russischen Literaten und ein Bericht über Russland. Der Thriller „Den ukendte hustru“ (Die unbekannte Ehefrau / 2006) spielt ebenfalls in Russland. Die Handlung des Romans „På udkig efter Hemingway“ (Auf der Suche nach Hemingway / 2008) spielt dagegen auf Kuba.

1992 erhielt Leif Davidsen den dänischen Literaturpreis „De Gyldne Laurbær“ (Der Goldene Lorbeer) für den Roman „Den sidste spion“ (Der letzte Spion) und den „Palle Rosenkrantz-prisen“ (Palle Rosenkrantz Preis) für „Den russiske sangerinde“ (Die russiscbhe Sängerin).

von

Günter Schwarz – 25.07.2018