Eigentlich ist die AfD-Politikerin Alice Weidel gerade in den Ferien, und dennoch hat es sich die AfD-Chefin nicht nehmen lassen, ihre politischen Ziele zu vertreten. Aber die 39-Jährige hat die Twitter-Gemeinde erneut unterschätzt, die ihrer falschen Darstellung auf die Schliche gekommen ist.

Weit weg vom Bundestag veröffentlichte Weidel auf Twitter am Montag ein Foto von sich in Wanderschuhen, weißem Polo-Shirt, mit Trekking-Rucksack und Wanderausrüstung vor einer idyllischen Berglandschaft, weißem Polo-Shirt. Hinter ihr ein steiler Wanderweg hinauf auf einen Bergpass.

Ihren Post verknüpfte Weidel mit folgender Botschaft: „Ist der Weg auch noch so steinig, werden wir diesen zusammen meistern. Holen wir uns unser Land zurück.“ Das war sicher als ein weiterer Seitenhieb gegen die Asylpolitik der Regierung um Bundeskanzlerin Angela Merkel gemeint.

Soweit nichts Ungewöhnliches. Wer die politische Agenda von Weidel kennt, weiß um ihre Kern-Anliegen. Seit Jahren schießt sie gegen die Asyl- und Integrationspolitik der Regierung von Kanzlerin Angela Merkel. Stattdessen fordert sie unter anderem weniger Aufnahmen von Flüchtlingen, konsequente Abschiebungen und verstärkte Kontrollen an den Grenzen zum Schutz des Landes.

Doch welches Land will sich Weidel eigentlich zurückholen?

Hier scheint sich Alice Weidel nun aber ziemlich in die Nesseln gesetzt zu haben, denn besonders Schweizer Wanderern könnte das Foto der AfD-Politikerin durchaus bekannt vorkommen. Wie auch zahlreiche Twitter-Nutzer herausgefunden haben, liegt der steinige Weg nämlich keineswegs in „ihrem Land“, wie uns Weidel glauben lassen möchte. Stattdessen wurde die Aufnahme offensichtlich beim Aufstieg auf den Gotthardpass gemacht. Ausgerechnet im Herzen des im 20. Jahrhundert von der Schweiz so oft beschworenen Alpen-Rückzugsgebiets im Verteidigungsfall!

Oder träumt die „gute Alice“ wieder von einem „Großdeutschland“, wie schon ein gewisser „Herr“ aus der deutschen Geschichte vor ihr? Dann sollte selbst ihr nicht entgangen sein, dass die Träume dieses „Herrn“ in „Schall und Rauch“ aufgingen!

von

Günter Schwarz – 25.07.2018