Das heiße Sommerwetter hat in westjütländischem See zu Sauerstoffmangel und zur Ausbreitung toxischer Algen geführt. Tausende von Fischen treiben an der Wassoberfläche am Hestholm See zwischen Skjern und Lønborg in Vestjylland (Westjütland).

„Das ist wahrscheinlich auf eine Kombination von Sauerstoffmangel und dem Wachstum von Algen zurückzuführen“, schätzt der Naturschützer Mads Bank-Mikkelsen von der Naturschutzorganisation Blåvandshuk. „Es ist ziemlich ungewöhnlich, dass ein solch relativ großer See unter Sauerstoffmangel leidet. Das sehen wir normalerweise nicht“, sagt er. „Aber wenn das heiße Wetter so anhält, werden wir wahrscheinlich mehr davon sehen“, befürchtet er.


Hestholm See zwischen Skjern und Lønborg in Westjütland. Am Ufer von Skjern Enge fängt toter Fisch ab. Mittwoch, 25. Juli 2018. Foto: Mads Dalegaard
Der betreffende See ist relativ flach, und die Sommerhitze sowie der Mangel an Niederschlägen haben den Wasserstand noch weiter verringert. „Weil es so flach ist, wird das Wasser schneller aufgewärmt und fördert das Wachstum und Blühen von Algen“, bemrktt Mads Bank-Mikkelsen. Er schätzt, dass bereits Tausende Fische tot sind.

„Wenn Sie von Lønborg in Richtung Skjern fahren, sehen sie überall tote Fische am Ufer. Es ist alles, wie Aale, Muscheln, Brassen und Barsche usw.“, sagte er. Die toten Fische werden wahrscheinlich von Füchsen, Adlern und Insekten gefressen werden. „Die Müllmänner der Natur kümmern sich darum“, fügte er hinzu.

Sauerstoffmangel durch hohe Verdunstung ist typischerweise ein Phänomen in den Fjorden. Das Problem trat 1997 auf, als im Mariager Fjord praktisch alles Leben verschwand. In diesem Sommer hat man auch schon einen geringen Sauerstoffgehalt im Limfjord gemessenen – sowie wieder im Mariager Fjord und um einige Inseln im Süden Fyns (Fünen).

Ansonsten ist es relativ selten, dass Seen von Sauerstoffmangel betroffen sind, erklärt Mads Bank-Mikkelsen. „Aber dieser Sommer ist extrem. Also, ich denke, leider werden wir mehr von diesem Phänomen zu sehen bekommen“, sagte er.

Das Algenwachstum führte dazu, dass am Mittwoch vom Baden an einigen beliebten Badestränden in København und Gentofte abgeraten wurde. Und auch gibt es in einigen Seen in Jylland zuehmend Probleme mit Algen. Zum Beispiel der Gjessø und der Silkeborg Langsø, in dem die Kommune Silkeborg das Baden untersagt hat.

Auch die Gemeinde Skanderborg am Skanderborgsee zwischen Horsens im Süden und Aarhus im Norden hat das Baden im nordöstlich gelegenen Stilling See am Stilling Strand verboten.

von

Günter Schwarz – 26.07.2018