(Harrislee) – Zwei Jahre läuft schon die Diskussion daüber, was mit Schutt von abzureißenden Kernkraftwerken geschehen soll und wo er gelagert werden kann. Die Diskussion hat dazu geführt, dass das Umweltministerium Schleswig-Holstein empfiehlt, den Schutt auf normale Deponien abzulagern – und damit ist die Deponie Harrislee nur 400 Meter von den dänisch-deutschen Grenze wieder im Spiel.

Die Kernkraftwerke Krümmel in Geesthacht und Brunsbüttel weden im Laufe von wenigen Jahren abgerissen, und der Streit geht darum, wo der schwach radioaktive Bauschutt gelagert werden kann.

Ursprünglich wurden sieben Deponien in Schleswig-Holstein, die Hausmülldeponien sind, als Lagerstätten vorgesehen – und eine von ihnen ist Balzersens Deponie in Harrislee, die nur 400 Meter von der deutsch-dänischen Grenze bei Frøslev liegt.

Bereits im Juli 2016 sagte der Gemeinderat in Harrislee Nein zu 35.000 Tonnen Bauschutt, die ihre Deponie aus abgerissenen Atomkraftwerken aufnehmen sollte. Es geschah nach heftigen lokalen Protesten der Bürger Harrislees – und auch von der dänischen Seite. Dann gab ein paar Tage später der Betreiber der Deponie in Harrislee bekannt, dass er die Abfälle überhaupt nicht erhalten würde.

Aber jetzt ist der Ort und die betreffende Deponie wieder im Spiel. Dier Schutt aus den Gebäudeabfällen ist nur sehr schwach radioaktiv – tatsächlich nur bis zu 10 Mikrosekunden. Die natürliche Hintergrundstrahlung beträgt 2.500 Mikrosekunden pro Jahr. Daher betrachtet das Umweltministerium in Kiel den Bauschutt als unbedenklich.

Anke Schulz, Mitglied des Gemeinderats in Harrislee für die dänische Minderheit Partei SSW, sagt der dänischsprachigen Tageszeitung „Flensborg Avis“, dass ein Endlager mit radioaktiven Bauschutt nicht so nahe an der dänischen Grenze sein darf, und nicht so nahe an einem bewohnten Ort liegen sollte.

von

Günter Schwarz – 27.07.2018