Die vestjyske (westjütländische) Bürgermeister wollen, dass die Regierung in København eine geplante Maut fallen lässt. Sie befürchten, dass sich die Maut auf den Tourismus in der Region negativ auswirken wird.

Tønders Bürgermeister Henrik Frandsen (Venstre / Rechtsliberale Partei) und der stellvertretende Bürgermeister der Gemeinde Varde, Anders Linde (Venstre) stehen „Fuß bei Gewehr“. Sie wollen, dass die Regierung die Maut, die sie vielleicht schon ab 2020 umsetzen will, fallen lässt. „Wir leben im Grenzland und uns besuchen viele ausländische Touristen – vor allem Deutsche. Mit einer Maut haben wir Angst, dass sie nicht mehr nach Dänemark fahren wollen und stattdessen Ziele innerhalbs Deutschlands anfahren“, sagt Henrik Frandsen.

Henrik Linde ist auch sehr unzufrieden mit der Aussicht auf einen Maut für Touristen: „Varde ist die größte touristische Gemeinde Dänemarks mit Ausnahme von København mit fast 4 Millionen Übernachtunge, und es wird sicherlich einige Gäste irritieren und erschrecken, dass sie auch noch zahlen müssen, zu uns zu fahren“, sagt Henrik Linde.

Die Regierung und die rechtspopulistische und ausländerfeindliche Dansk Folkeparti (Dänische Volkspartei) einigten sich im Herbst 2017 auf die Einführung von Mautgebühren nach deutschem Vorbild. Die Maut soll für Personen- wie auch Liefer- und Lastkraftwagen erhoben werden, die Autobahnen und auch andere Hauptstraßen benutzen. Dänische Fahrzeugführer werden für die Straßenbenutzungsgebühr entschädigt.

Nach Angaben des Ministeriums für Finanzen und Steuern soll die Maut mit dem Kauf einer Vignette gezahlt werden, die beispielsweise 10 Tage, zwei Monate oder ein Jahr gültig ist. Für dänische Fahrzeuge kann die Steuer einmal jährlich zusammen mit den anderen laufenden Fahrzeugsteuern erhoben werden.

Die Regierung und die Dansk Folkeparti erwarten, dass das Mautsystem etwa 300 Millionen Kronen (40,3 Millionen Euro) pro Jahr in die Kassen des Finanzministers spülen wird.

von

Günter Schwarz – 31.07.2018