(Hartenholm) – Vom 30. August bis zum 2. September lässt es der Flugplatz Hartenholm an der B 206 auf halber Strecke zwischen Bad Bramstedt und Bad Segeberg wieder ordentlich kesseln. Werner-Erfinder Rötger „Brösel“ Feldmann fordert seinen ewigen Widersacher erneut zum Duell heraus: Gastwirt Holger „Holgi“ Henze. Ein Monat dauert es noch bis zur Neuauflage des legendären „Werner“-Rennens auf dem Flugplatz von Hartenholm bei Bad Segeberg. Während „Brösel“ schon seit rund drei Monaten mit Bruder Andi an seinem „Red Porsche Killer“ bastelt, lässt „Holgi“ seinen 68er Porsche 911 T erst jetzt aufmotzen. Er hat seinen Wagen in eine Werkstatt in Schenefeld (Kreis Pinneberg) gebracht, um den Motor generalüberholen zu lassen.

Porsche-Herzstück wird herausoperiert

Der feuerrote Porsche – Erstzulassung 1968 – gibt keinen Mucks mehr von sich. „Holgi“ hat den Motor mit den sechs Zylindern zu heiß werden lassen. Der Porsche wird auf der Hebebühne nach oben Richtung Hallendach aufgebockt. Mechaniker Ole Thomsen und Riccardo Hahn lösen erstmal ein paar Schrauben und bauen dann den Auspuff ab. Denn der Motor befindet sich hinten. Alles unter den wachsamen Augen von „Holgi2: „Das ist schon sehr wichtig. Ein wichtiger Schritt für die ersten Testfahrten dann.“ Werkstattchef Matthias Höing ordnet das Auto als „Gebrauchsauto“ ein, keine „Trailer-Queen“. Das Auto sei schon reichlich benutzt worden, habe ein bisschen Wartungsstau, aber das wolle man jetzt aufholen.

„Holgi“ lässt schrauben – keine Zeit

Mechaniker Riccardo arbeitet von unten, er liegt auf einem Rollwagen und löst noch ein paar Schrauben. Sein Kollege Ole arbeitet von oben. Unter den Motor wird ein kleiner Hubwagen geschoben, damit der er nicht auf den Boden kracht. Dann etwas Geruckel – und Motor und Porsche sind voneinander getrennt. „Holgi“ hat selbst keine Zeit mehr zum Schrauben: „Bin ja immer im Gange – im Laden – im Club in Kiel. Ist immer viel Arbeit. Dann habe ich ja auch noch einen Bauernhof mit viel Arbeit. Zu wenig Zeit, ne?“

„Da können wir noch was draus machen!“

Mit einer Taschenlampe untersucht Ole den Motor. Seine erste Diagnose: „Der hat das Beste hinter sich. Aber da können wir noch was draus machen.“ Alt und abgegriffen, meint der Mechaniker. Alte Dichtungsringe, ölverschmierte Tannennadeln finden sich in der Originaltechnik von 1968. „Da muss ein bisschen alles angeschaut werden und dann wird da wieder Leben drin sein.“ Wäre ein neuer Motor für einen 911er die klügere Lösung? Der Fachmann verneint: „Das ist beim 911er ein bisschen anders. Da sind die Kosten doch exorbitant.“

„Holgis“ Kampfansage: „Wir hau’n ihn wech“

Ein knapper Monat bleibt, um „Holgis“ Porsche flott zu bekommen und mit ordentlich PS zu versorgen. Werkstattchef Höing gibt zu: „Der Druck ist relativ groß. Aber es ist eine Spaßveranstaltung am Ende des Tages. Und alle wollen Spaß dabei haben. Und wir versuchen hier alle, einen guten Job zu machen“ – und schiebt hinterher: „Natürlich wollen wir auch gewinnen. Klar! Keine Frage!“ „Holgi“ lässt die Fachmänner weiterbasteln und verabschiedet sich aus der Werkstatt mit einem „Naja, wir hau’n ihn wech“.

Anwohner befürchten Lärm und Umweltschäden

Im Rahmen eines viertägigen Festivals vom 30. August bis 2. September will Comiczeichner Rötger Feldmann alias „Brösel“ im dritten Anlauf mit seinem Motorrad „Red Porsche Killer“ den roten 911er Porsche seines Kumpels Holger „Holgi“ Henze schlagen. Das erste Rennen vor mehr als 200.000 „Werner“-Fans hatte Brösel 1988 auf eben jenem Flugplatz wegen eines Schaltfehlers gegen Henze verloren. Auch eine erste Neuauflage 2004 auf dem Lausitzring entschied der Wirt für sich. 50.000 Besucher werden beim dritten Rennen erwartet.

Anwohner rund um den Flugplatz Hartenholm erwägen eine einstweilige Verfügung gegen die Veranstaltung zu erwirken. Sie befürchten Lärm, Schäden durch Feiernde und Eingriffe in die Natur. Nach Bekanntwerden der Anwohnerbeschwerden gegen das „Werner“-Rennen auf dem Flugplatz Hartenholm wehrt sich der Veranstalter gegen die Vorwürfe. „Wir arbeiten sehr sorgfältig daran, die Bürger der Gemeinden ausführlich über alle Planungen zu informieren, nehmen Beschwerden sehr ernst und wollen Lösungen finden“, heißt es in einer Mitteilung der Pressestelle. Sämtliche Planungen wie Verkehrsplanung, Natur- und Umweltschutz oder Sicherheitsfragen liefen eng verzahnt mit allen zuständigen Behörden.

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NDR Schleswig-Holstein – 01.08.2018