Der türkische Erstligist Yeni Malatyaspor aus Malatya in Ostanatolien ist am Samstag in einem Testspiel vor Saisonbeginn mit Unterstützer-T-Shirts für den zurückgetretenen deutschen Fußball-Nationalspieler Mesut Özil aufgelaufen. „Wir sind bei dir. Nein zu Rassismus“, stand neben einem Foto Özils auf den Trikots, die die Mannschaft vor dem 2:1-Sieg im Testspiel gegen Gazişehir Gaziantep am Samstagabend trug.

Özil war vor zwei Wochen aus der DFB-Auswahl zurückgetreten und hatte medienwirksam in einer Erklärung bei Twitter Rassismus-Vorwürfe gegen den Deutschen Fußball-Bund und Präsident Reinhard Grindel erhoben. Vor der WM in Russland, bei der die deutsche Mannschaft im Juni in der Vorrunde gescheitert war, war der Profi des FC Arsenal wegen Fotos mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan in die Kritik geraten. Am 13. Mai 2018 hatte sich Mesut Özil mit Erdoğan in London zusammen mit seinem Nationalmannschaftskollegen İlkay Gündoğan und Cenk Tosun getroffen. Alle drei Spieler überreichten dem autokratisch regierenden Präsidenten eines ihrer Trikots mit persönlicher Widmung und posierten mit ihm für die Medien vor den Kameras.

Auch der türkische Fußball-Verband (TFF) hatte dem Offensivspieler nach dessen Rücktritt Unterstützung zugesagt. Er stehe hinter Özil und seiner Familie und verurteile „die Behandlung, der er ausgesetzt war“, sowie die „Drohungen und die ihn aufgrund seiner Wurzeln herabwürdigenden Botschaften“, sagte Verbandschef Yıldırım Demirören.

Kein Wort verlautete darüber, dass die Kritik an Özil keineswegs in Verbindung mit seinen türkischen Wurzeln steht, sondern einzig und allein darin besteht, dass er sich als deutscher Staatsbürger mit Migrationshintergrund aus der Türkei und als inzwischen ehemaliges Mitglied der deutschen Fußballnationalmanschaft, die Deutschland in der „Fußball-Welt“ repräsentiert, zusammen mit dem Diktator seines Herrkunftlandes bzw. das seiner Eltern ablichten lässt, der allem, was Deutschland auszeichnet, widerspricht. Sollte dieses dem „Herrn Mesut Özil“ nicht einleuchten, so besitzt er wirklich die verkehrte Staatsbürgerschaft und hat seine 92 Länderspiele für Deutschland mit 23 Toren sozusagen für die verkehrte Mannschaft gespielt. Das türkische Trikot hätte sicher besser zu ihm gepasst!

von

Günter Schwarz – 06.08.2018