(Herlev) – Ab nach draußen bei dem schönen Wetter! „Die Sonnenvitamine geben Energie für die Wintersaison. Die Sommersonne stärkt den Körper für die dunklen Monate“, erklärt Professor und Chefarzt des Herlev-Krankenhauses, Børge Nordestgaard.

Das diesjährige dänische Sommerwetter hat schon mehrere Rekorde in Bezug auf die Anzahl der Sonnenstunden erreicht, und die vielen sonnigen Monate dieses Sommer werden sich wahrscheinlich positiv auf die Gesundheit der Dänen auswirken. In der Sonne nimmt der Körper große Mengen an Vitamin D im Blut auf, welches das Immunsystem des Körpers stärkt und einer Reihe von Krankheiten vorbeugt sowie die Sterblichkeit senken soll. Das erklärt zumindest der Professor und Chefarzt.

„Ein wenig Vitamin D ist gut. Viel Vitamin D ist wirklich besser, und im Moment kann der durchschnittliche Körper kaum vermeiden, eine optimale Dosis an Vitamin D im Körper aufzunehmen“, sagt der Mediziner. Das Vitamin bildet sich in der Haut, wenn die Sonnenstrahlen darauf scheinen, und es wird in unseren Fettdepots gespeichert.

Je mehr wir im Sommer den Sonnenstrahlen ausgesetzt waren, desto besser können wir die Zeit bewältigen, wenn Vitamin D fehlt. Das bedeutet, dass wir die Sonne von Oktober bis März nicht speichern können, wenn die UV-Strahlung der Sonne in Dänemark nicht stark genug ist, dass sich Vitamin D in der Haut bildet.

Der leitende Arzt der Endokrinologischen Abteilung des Hvidovre Krankenhauses, Jens-Erik Bech Jensen, der wie Børge Nordestgaard die Wirkung von Vitamin D untersucht hat, sagt: „Wenn der Sommer lang ist, sind die Depots größer. Normalerweise sind die Depots der Norweger im Frühjahr eher verbraucht als der von Dänen, aber mit dem Sommer, den wir in diesem Jahr haben, können wir erwarten, dass sich der hohe Vitamin-D-Gehalt in unseren Körpern lange hält.“

Ob der lange Sommer weniger Depressionen und eine leichte Grippesaison bedeutet, möchte Jens-Erik Bech Jensen nicht vorhersagen. Er weist jedoch darauf hin, dass Vitamin D im Allgemeinen dem Körper hilft, gesund zu bleiben. Zum Beispiel wird der Körper leichter Mineralien wie Calcium und Phosphor absorbieren, die die Funktion der Knochen und Muskeln stärken.

Darüber hinaus weisen beide Forscher darauf hin, dass die Forschung auch darauf hinweist, dass das Risiko, von einigen der wichtigsten Krebsarten wie Lungen- und Blasenkrebs betroffen zu sein, durch einen hohen Vitamin-D-Spiegel reduziert werden kann.

Umgekehrt haben laut Børge Nordestgaard Menschen mit einem niedrigen Vitamin-D-Spiegel ein erhöhtes Risiko, an gängigen Krankheiten wie Diabetes, Demenz und Blutgerinnseln zu erkranken. „Es ist auch der Grund, warum Menschen, die nicht genug Vitamin D im Körper haben, eine höhere Sterblichkeit haben als diejenigen, bei denen es nicht der Fall ist. Durch den Mangel an Vitaminen ist die Sterblichkeit um 30 Prozent erhöht worden, sagt er in Bezug auf eine dänische Studie aus dem Jahr 2014, die in der anerkannten Fachzeitschrift „British Medical Journal“ veröffentlicht wurde.

Professor Børge Nordestgaard schätzt, dass Vitamin D jedem vierten Dänen fehlt. Die häufigsten Symptome des Mangels sind Knochenschmerzen und Muskelschwäche, ein watschliger Gang und Schwierigkeiten bei der Mobilität.

Nach Angaben des Sundhedsstyrelsen (Gesundheitsbehörde), sollten Menschen mit einem normal gesunden Lebensstil, die im Sommer eine moderate Zeit in der Sonne verbringen, sehr wahrscheinlich nicht unter Vitamin-D-Mangel leiden. „Wenn man jedoch sicherstellen möchte, dass die Vitamin-Depots gut aufgefüllt werden, hat man derzeit dort immer noch eine gute Chance, wo die Meteorologen mehr Sonnenschein in Dänemark vorhersagen. Man braucht eigentlich nicht viel zu tun“ sagt Børge Nordestgaard.

„Man muss sich jetzt nur ein paar Mal pro Woche etwa 30 Minuten der Sonne aussetzen. Und man kann leicht Gesicht, Arme oder Beine der Sonne aussetzen – ohne Sonnenschutz“, sagt er und betont: „Auf der anderen Seite sollte man beachten, wenn man sich lange in der Sonne aufhält, sollte man sich nicht verbrennen lassen und rot werden, denn ein Sonnenbrand erhöht das Risiko für eine schwere Form von Hautkrebs.“

von

Günter Schwarz – 06.08.2018